Mackenroth soll bereits in der nächsten Landtagssitzung am 17. Dezember gewählt werden. Der CDU-Abgeordnete aus Riesa wurde gestern von der 59-köpfigen CDU-Fraktion für das Amt des Ausländer- und Integrationsbeauftragten nominiert.

Der 64-jährige ehemalige Justizminister ist somit in der CDU-SPD-Regierung als Pendant zur SPD-Ministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, gesetzt. Der gebürtige Kieler begann seine Laufbahn in der norddeutschen Justiz.

In den 70er-Jahren war Mackenroth Staatsanwalt in Bremen, in den 90ern Vorstand des Schleswig-Holsteinischen Richterverbands und bis 2003 Chef des Deutschen Richterbunds.

Danach wechselte er als Staatssekretär ins Dresdner Justizministerium - wo er 2003 Minister wurde. 2009 schied er aus dem Amt, als das Justizressort in der neuen schwarz-gelben Koalition an die FDP ging. Seitdem galt Mackenroth in der CDU-Fraktion als einer, der gern wieder Minister würde.

Die vergangenen fünf Jahre verbrachte er als Landtagsabgeordneter, war Vize-Chef des Wissenschaftsausschusses und leitete den Abfall-Untersuchungsausschuss. Doch als jüngst Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sein neues Kabinett berief, war kein Mackenroth dabei.

Stattdessen zieht in das Ministerbüro in der massiven klassizistischen Justizzentrale der 36-jährige Rechtsanwalt Sebastian Gemkow (CDU) ein.

Als Ausländerbeauftragter folgt Mackenroth auf den 69-jährigen Martin Gillo, der bei der Landtagswahl nicht mehr angetreten war. Die Stelle des Ausländerbeauftragten gibt es in Sachsen seit 1992. Er kümmert sich um die rechtliche, gesellschaftliche und kulturelle Integration der Migranten in Sachsen.

Wie Mackenroth und Integrationsministerin Köpping diese Aufgaben künftig teilen, dürfte noch spannend werden. Ohnehin ist über den Sinn und Zweck von Köppings Ministerposten - der kein eigenes Ministerium hat - am Landtag schon viel gegrübelt worden. Kritiker sehen in der zusätzlichen Stelle lediglich ein Zugeständnis Tillichs an den kleinen Koalitionspartner, der somit drei Minister stellt. Indes, an der Notwendigkeit von Integration besteht derzeit kein Zweifel. Köpping und der noch amtierende Gillo sind derzeit gut beschäftigt, die Wogen in der heftig geführten Asyldebatte zu glätten. Bis Jahresende wird Sachsen nach Schätzungen des Innenministeriums an die 11 000 Asylbewerber aufnehmen.

Gleichzeitig ist der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung hoch. Das haben die zuletzt 5500 Demonstranten bei den Dresdner Protesten "gegen die Islamisierung des Abendlands" erkennen lassen. Nachdem Anfang der Woche eine syrische Familie in Dresden-Gorbitz in einem anonymen Brief bedroht wurde, appellierte Gillo an die Dresdner, die Flüchtlingsfamilien als Nachbarn wahrzunehmen.