Als Rebellenführer und späterer Staatschef hat Taylor nicht nur in seiner Heimat für unsägliches Leid gesorgt, er unterstützte auch die für ihre Grausamkeit bekannte Miliz "Revolutionäre Vereinigte Front" (Ruf) im Nachbarland Sierra Leone. Dafür wurde er im Mai 2012 von einem UN-Sondertribunal in Den Haag zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil wurde im Berufungsverfahren am Donnerstag letztinstanzlich bestätigt.

Taylor wollte die Kontrolle über die Diamantenminen in Sierra Leone erlangen und mit dem Handel mit den "Blutdiamanten" seinen eigenen Krieg finanzieren. In dem Prozess war auch Top-Model Naomi Campbell als Zeugin vernommen worden, weil sie 1997 nach einem Benefiz-Dinner in Kapstadt Diamanten geschenkt bekam, die angeblich von Taylor stammten.

Die "Revolutionary United Front" war berüchtigt für eine Terrorkampagne im westafrikanischen Nachbarland Sierra Leone. Sie hatten gemordet und vergewaltigt sowie vermeintlichen Gegnern Hände und Beine abgehackt. Kinder wurden zum Kriegsdienst gezwungen und als Sklaven in Diamantenminen eingesetzt.

Taylor wurde 1948 in Arthington nahe der liberianischen Hauptstadt Monrovia geboren und studierte in den USA Wirtschaftswissenschaften. Ende 1989 marschierte er mit seinen Truppen von der Elfenbeinküste aus in Liberia ein und überzog das Land mit einer Blutorgie. Von Totenkulten und Kannibalismus ist im Zusammenhang mit dem 14 Jahre dauernden Bürgerkrieg die Rede. 1997 gewann Taylor die Oberhand und wurde Staatsoberhaupt Liberias - bis er selbst 2003 von Rebellen davongejagt wurde.

Sich selbst präsentierte Taylor gern als eleganter Lebemann mit dunkler Sonnenbrille. Nach seinem Sturz lebte er zunächst im Exil in Nigeria. Im Juni 2003 stellten die Vereinten Nationen einen Haftbefehl gegen ihn aus. Bei dem Versuch, die Grenze nach Kamerun zu überqueren, wurde er im März 2006 festgenommen und an das UN-Sondertribunal zu Sierra Leone überstellt. Aus Sicherheitsgründen wurde entschieden, das Verfahren in Den Haag zu führen.