Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will nach seinem Schlaganfall von allen politischen Ämtern zurücktreten. Es ist die Konsequenz eines "langen Nachdenkens", sagt Platzeck, vieler Gespräche mit Familie und Freunden; eine Reaktion auf seinen letzten Schlaganfall, die Empfehlung der Ärzte. Und schließlich auch die Selbsterkenntnis, dass ihm "die dicke Haut" fehle, Politik auch mal Politik sein zu lassen, um seine Gesundheit zu schonen.

Während der Plenarsitzung des brandenburgischen Landtags am 28. August werde er Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) seinen Rücktritt erklären und die Macht abgeben.

Anschließend soll das Parlament den bisherigen Innenminister Dietmar Woidke (SPD) zum neuen Ministerpräsidenten wählen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Holzschuher soll danach zum Innenminister berufen werden, und ihren bisherigen Generalsekretär Klaus Ness wollen die Sozialdemokraten zum Fraktionsvorsitzenden wählen.

Das gaben Platzeck und Woidke am Montagabend in Potsdam bekannt. "Ich habe Dietmar Woidke vorgeschlagen, weil er ein Typ ist, wie Politiker sein sollten", sagte Platzeck. "Er denkt erst und redet dann, er steht mit beiden Füßen fest auf dem märkischen Boden." Mit Dietmar Woidke stehe ein erfahrener Nachfolger als Ministerpräsident bereit.

Woidke kündigte an, mit aller Kraft an den neuen Aufgaben arbeiten zu wollen. Auch die Spitzenämter der Landes-SPD sollen neu verteilt werden: Woidke wird künftig Parteivorsitzender, und die Potsdamer Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des BER-Sonderausschusses, Klara Geywitz, Generalsekretärin.

Den Vorsitz des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft wird Platzeck niederlegen - allerdings will ihm sein Nachfolger Dietmar Woidke nicht in das Gremium nachfolgen.

"Ich habe mich mit den Flughafenangelegenheiten wenig beschäftigt und glaube nicht, dass es in der derzeitigen Situation geboten wäre, dass jemand in den Aufsichtsrat kommt, der so viel Einarbeitungszeit bräuchte."

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