Zusammenschluss beider Länder.
In Brandenburg ist die Zahl der Befürworter hingegen auf 51 Prozent und weniger geschrumpft - die Umfragen liefern kein einheitliches Bild. Sie stimmen aber darin überein, dass die Zahl der Fusionsgegner wächst, besonders stark an der Peripherie des Landes.
CDU-Fraktionschefin Beate Blechinger, die aus ihrer Fusionsskepsis nie einen Hehl gemacht hat, sieht sich durch die neuesten Zahlen aus Berlin bestätigt: „Die Berliner wissen, dass vor allem sie von einer Fusion profitieren würden, deshalb die breite Zustimmung.“ Hingegen könnten die Brandenburger keine Vorteile erkennen: Sie befürchteten, dass Entscheidungen wegen der Übermacht zugunsten Berlins getroffen würden. CDU-Landeschef und Innenminister Jörg Schönbohm, einst ein glühender Befürworter, inzwischen eher ein Skeptiker, sieht es ähnlich: In den Randregionen Brandenburgs sei die Stimmung mies. Viele glaubten dort, dass sie von der Landesregierung schon jetzt vernachlässigt, aber bei einem Zusammenschluss der Länder ganz aufgegeben würden.
Aufschlussreich ist, dass es nach den Umfragen vor allem bei CDU-Anhängern einen Stimmungswechsel gegen die Fusion gibt: In Berlin - und im noch stärkerem Maße in Brandenburg, wo die Zahl der Befürworter seit 2000 von 70 auf 52 Prozent, also um fast 20 Prozent zurückgegangen ist. Blechinger führt das darauf zurück, dass angesichts der Finanzkrisen beider Länder „die Zweifel am Erfolg“ der Fusionspläne bei den Christdemokraten gewachsen seien. „In Brandenburg steht es um die Finanzen schon schlimm, aber in Berlin noch viel schlimmer.“ Schönbohm setzt noch eins drauf: „Die CDU-Anhänger glauben nicht, dass die rot-rote Koalition in Berlin die Probleme lösen kann.“ Klar sei aber auch, dass es dann keine Fusion geben werde.
PDS-Fraktionschef Lothar Bisky macht für den Fusionsfrust in Brandenburg vor allem die große Koalition verantwortlich: Ministerpräsident Matthias Platzeck sende zwar ab und an Fusionssignale, aber die SPD sei zögerlich und die CDU voll dagegen. „Es ist niemand da, der glaubwürdig Optimismus für die Fusion vermittelt“ , so Bisky.