Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch habe dagegen nur 6,1 Prozent erreicht.
Die Europäische Union (EU) erwägt nun Sanktionen gegen die Machthaber. In einer schriftlichen Erklärung forderte der österreichische EU-Ratsvorsitz gestern Meinungs- und Versammlungsfreiheit für die Demonstranten. Inhaftierte seien freizulassen. Medienberichte sprechen von 250 beziehungsweise 280 Festgenommenen. Laut EU hätten die Präsidentschaftswahlen nicht demokratischen Kriterien entsprochen. Sie kritisierte vor allem die Nichtzulassung angekündigter und registrierter Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Nun würden "restriktive Maßnahmen" erwogen, die eng mit internationalen Partnern, insbesondere mit den USA, abgestimmt werden sollen.
Die Außenexpertin der Grünen im EU-Parlament Angelika Beer bezeichnete die Haltung Russlands als entscheidend für die Situation in Weißrussland. Wegen der wirtschaftlichen Abhängigkeit habe es nur der russische Präsident Wladimir Putin in der Hand, seinen Einfluss auf Lukaschenko geltend zu machen, sagte sie der "Netzeitung" von gestern. Die Möglichkeiten der EU, gegen Weißrussland vorzugehen, seien dagegen "mehr als gering". Daher müsse die Bundesregierung einen Appell an Putin richten.
Die Zahl der Demonstranten auf dem Oktoberplatz in Minsk ist gestern unter dem Druck der Obrigkeit von etwa 700 in der Nacht auf 200 Teilnehmer gesunken. Am Montag waren noch 5000 Menschen auf dem Platz, am Dienstag 3000 bis 4000. Die Polizei kontrollierte den Zugang zu dem Protestcamp. Bürger, die den Demonstranten Nahrungsmittel bringen wollten, wurden abgewiesen. Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch forderte Russland auf, die Unterstützung für Minsk einzustellen. Für Samstag hat die Opposition eine Großkundgebung angekündigt. Von Seiten der Regierung gab es bislang kein Zeichen des Einlenkens.
(AFP/dpa/fxk)