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Lufthansa-Chef verspricht Angehörigen langfristige Hilfe

Ein Kranz zur Erinnerung und ein Versprechen an die Hinterbliebenen: Lufthansa-Chef Carsten Spohr (l.) und der Chef von Germanwings Thomas Winkelmann in Le Vernet am Gedenkstein für die Opfer der Tragödie.
Ein Kranz zur Erinnerung und ein Versprechen an die Hinterbliebenen: Lufthansa-Chef Carsten Spohr (l.) und der Chef von Germanwings Thomas Winkelmann in Le Vernet am Gedenkstein für die Opfer der Tragödie. FOTO: dpa
Seyne-Les-Alpes/Haltern. "Nichts wird mehr sein wie vorher": Lufthansa-Chef Spohr ist erneut zur Absturzstelle in die französischen Alpen gereist. Den Hinterbliebenen macht er ein Versprechen. Zu den jüngsten Neuigkeiten äußert er sich nicht. dpa/roe

Die Lufthansa will den Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes so lange helfen, wie es nötig ist. Das kündigte Unternehmenschef Carsten Spohr bei einem erneuten Besuch mit Germanwings-Chef Thomas Winkelmann an der Unglücksstelle in den französischen Alpen an. Der Konzernchef dankte allen Einsatzkräften, Helfern und Anwohnern vor Ort. Zu den neuen Details über die Erkrankung des Copiloten äußerte sich Spohr am Mittwoch nicht.

In Le Vernet nahe der Unglücksstelle versprach Spohr: "Wir helfen nicht nur diese Woche. Wir möchten so lange helfen, wie Hilfe benötigt wird." Er drückte abermals sein tiefes Bedauern über die Katastrophe aus und betonte: "Nichts wird mehr sein wie vorher." Mit Blick auf die Hilfe zeigte sich Spohr "tief beeindruckt von der Professionalität, der Energie, dem Mitgefühl und der Sympathie". Auch Helfern und Anwohnern sagte er Hilfe der Lufthansa zu, die Folgen des Absturzes in der vergangenen Woche zu bewältigen. Die gute Zusammenarbeit mit den französischen Verantwortlichen sei eine große Hilfe für Lufthansa und das Tochterunternehmen Germanwings. Auf Fragen gingen Spohr und Winkelmann nicht ein.

Der Airbus war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einer Felswand in den französischen Alpen zerschellt. 150 Menschen starben. Der 27 Jahre alte Copilot An dreas L. wird verdächtigt, seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war er vor Jahren suizidgefährdet. Für den Unglückstag war er krankgeschrieben. Am Dienstagabend hatte die Lufthansa mitgeteilt, dass L. die Lufthansa schon während seiner Ausbildung über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert hatte. In einer E-Mail habe der damalige Flugschüler 2009 die Verkehrsfliegerschule in Bremen unterrichtet.

"Die Unterlagen wurden erneut durchgesehen inklusive der E-Mails", erläuterte eine Lufthansa-Sprecherin in Frankfurt am Main am Mittwoch. Diese "neue Erkenntnis" sei vom Unternehmen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

Gut eine Woche nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich kamen Menschen in Haltern zu einem ökumenischen Gottesdienst zusammen. Wegen des großen Interesses wurde der Gottesdienst über Lautsprecher auch nach draußen übertragen. Unter den Opfern der Tragödie sind 16 Schüler und zwei Lehrerinnen eines Halterner Gymnasiums.

An der Absturzstelle in den französischen Alpen wurden weiter persönliche Gegenstände der Toten gesichert. Die Bergung der Opfer wurde nach Angaben der Gendarmerie am Dienstag abgeschlossen. Außerdem ging die Suche nach dem Flugdatenschreiber weiter. Nach der Katastrophe sagte das Versicherungskonsortium unter Führung der Allianz eine umfassende, faire und schnelle Bearbeitung der Schäden zu.

"Dabei wird eine enge Abstimmung mit den Angehörigen der Passagiere sowie deren Vertretern erfolgen", erklärte der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) in München. Jeder Schadenersatzanspruch werde individuell geprüft.

Zum Thema:
Der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin hat den Fund eines Videos mit Aufnahmen aus dem Germanwings-Airbus kurz vor dem Absturz erneut infrage gestellt. Zum aktuellen Stand der Ermittlungen seien Videos nicht Gegenstand der Untersuchung. Es sei eine Reihe von Handys gefunden worden, die noch ausgewertet würden. Sie seien aber in einem sehr schlechten Zustand. Ein Video aus der Unglücksmaschine soll Medienberichten zufolge Bilder aus den letzten Sekunden des Flugs 4U 9525 zeigen. "Bild" und das Magazin "Paris Match" berichteten, Mitarbeiter hätten die Sequenz ansehen können. Das Video sei am Unglücksort von einer Person gefunden worden, die zum Kreis der Ermittler gehöre. Der Zeitung zufolge ist die Szenerie an Bord chaotisch und völlig verwackelt, einzelne Personen seien nicht identifizierbar. Die Echtheit des Videos sei unzweifelhaft.