Vaut räumte die Vorwürfe zu seinen erfundenen Geschichten auf dem sozialen Netzwerk am Sonntag ein. „Die Vorwürfe treffen zu. Ich habe nie, anders als ich es angegeben habe, in Brandenburg an der Havel gelebt. Ich wohnte und wohne in Berlin. Ich bedauere mein Verhalten zutiefst.“

Vaut war als Spitzenkandidat für die Europawahl am 25. Mai gestartet und dann über einen gefälschten Lebenslauf gestolpert. In seiner Bewerbungsrede hatte er behauptet, mit seiner Freundin Doreen nach Brandenburg gezogen zu sein. Tatsächlich wohnt er in Berlin. Gelogen hat er auch in Bezug auf seine Lebensgefährtin, bei der es sich nicht um die Frau handelt, die er als Partnerin präsentierte.

SPD-Kandidat muss nach Lügengeschichte um Beamtenstatus bangen

Zu seinen Motiven äußert er sich auf seinem Facebook-Profil nicht. Vaut: „Die Gründe für die Unwahrheiten, in die ich mich verstrickt habe, sind angesichts des Schadens, den ich angerichtet habe, zweitrangig“. Stattdessen verweist er auf ein Gespräch, das er mit einem Spiegel-Redakteur geführt hatte. Darin gibt er häufige Umzüge und räumliche Entwurzelung als Ursachen an. Zur angeblichen Lebensgefährtin sagte er, sie sei lediglich eine Bekannte.

Neben dem Schaden, den der 41-Jährige seiner Partei zufügte, drohen ihm nun auch weitere berufliche Folgen. Vaut arbeitet im Bundeswirtschaftsministerium. Laut Spiegel erwartet ihn am Montag ein klärendes Gespräch mit der Personalabteilung. Vaut stand kurz vor der endgültigen Verbeamtung.

Im Bezug auf seine Kandidatur für das EU-Parlament erklärte Vaut, er werde im Fall eines Wahlerfolgs auf sein Mandat verzichten. An seiner Stelle werde dann Brandenburgs ehemalige Juso-Chefin Maja Wallstein als Ersatzkandidatin ins EU-Parlament einziehen.

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