Mehr als vier Monate nach der Festnahme des mutmaßlichen Sexualstraftäters aus dem Spreewald stehen die Ermittlungen unmittelbar vor dem Abschluss. "Wir prüfen derzeit, ob die Ermittlungsergebnisse für eine Anklageerhebung ausreichen", sagte die Cottbuser Oberstaatsanwältin, Petra Hertwig, auf Anfrage.

Nach einer wochenlangen Suche war Ende Juli ein geistig behinderter 14-Jähriger in der Wohnung des damals 52-Jährigen in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Jugendliche von dem Taxifahrer seit 2013 in insgesamt 175 Fällen missbraucht wurde. Neben dem 14-Jährigen gebe es mindestens zwei weitere Opfer, die von ihm missbraucht worden sein sollen.

Monate vor der vermeintlichen Entführung hatte sich der Mann mit dem Jungen angefreundet. Der geschiedene Mann lebte zusammen mit seiner 13-jährigen Tochter in der Nähe der elterlichen Wohnung von Michael (Name von der Redaktion geändert). Als dessen Eltern durch die Intensität dieses Kontaktes misstrauisch wurden und ihrem Sohn den Umgang verboten, versteckte sich Michael bei dem Mann. Dem wird neben dem Missbrauch deshalb auch Kindesentziehung vorgeworfen.

Dreimal war er während der Suche nach Michael durch die Polizei vernommen worden. Erst als die mit einem Durchsuchungsbefehl für seine Wohnung anrückte, fand sie den Jungen in einem Versteck hinter einem Schrank.

Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Laut Hertwig bestreitet er alles.