Nur der dritte im Bunde, der Stellvertreter in der Landes-CDU, Sven Petke, verhält sich bislang auffällig ruhig. Dabei wird hinter den Kulissen bereits um Posten gefeilscht.Vorerst einigten sich Fraktionsspitze und geschäftsführender Landesvorstand am Dienstag einstimmig auf die bisherige Fraktionsvizechefin. Dass Ludwig wie schon vor der Landtagswahl den Fraktionsvorsitz übernimmt, ist unstrittig, schon nächsten Dienstag soll sie gewählt werden. Bei der Abstimmung über den Landesvorsitz gab es jedoch eine Enthaltung - von Barbara Richstein, die auch Oberbürgermeisterin von Potsdam werden will.Nun geht es um Personalunion oder weibliche Doppelspitze. Ludwig, Wanka und Generalsekretär Dieter Dombrowski wollen, dass die Macht in Partei und Fraktion "in einer Hand" bleibt. Ludwig, die die Fraktion schon einmal geführt hat, will die CDU "breiter aufstellen" und zur "stärksten Partei" in Brandenburg machen. Richstein, die wie Ludwig bei der Landestagswahl eines der wenigen Direktmandate geholt hatte, findet es dagegen "besser, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen". Festgelegt hat sich Richstein noch nicht, sie will sich bis zur Sitzung des Landesvorstands am 30. April entscheiden. Noch vor der Sommerpause soll ein Landesparteitag über den Vorsitz abstimmen, bis dahin bleibt Wanka für einen "geordneten Übergang" auf dem Posten. Die Ex-Kulturministerin sieht ihre Partei in der Opposition gut aufgestellt. Nach jahrelangen parteiinternen Machtkämpfen sei es in anderthalb Jahren gelungen, die Partei wieder zu einen.Dort herrscht aber keineswegs Begeisterung. Wankas Vorschlag für Ludwig als Parteichefin wird als "voreilig" gewertet. Ex-Justizministerin Richstein sah zwar "keinen Grund", warum sie sich "einen Grabenkampf" mit Ludwig liefern sollte. Dennoch formieren sich die Lager neu. Richstein zählt zum Lager um Sven Petke, der 2007 nach dem Abgang von Jörg Schönbohm nur äußerst knapp dem damaligen Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns beim Kampfvotum für den CDU-Vorsitz unterlegen war. Auch Ludwig gehörte dazu, hatte aber nach dem Ende der schwarz-roten Koalition - Wanka zog aus dem Kulturministerium in die Fraktion - auf den Vorsitz verzichtet. Wohl mit Bedacht, denn dass es Wanka von der Oppositionsbank fort zieht, damit wurde gerechnet. Die 42-jährige Saskia Ludwig erwartet übrigens Ende Mai ihr erstes Kind und will alles unter einen Hut bekommen. "Andere taffe Frauen haben gezeigt, dass es funktioniert", sagte Saskia Ludwig. "Ich habe eine Familie, die hinter mir steht."