Der 9. November 2015 war in Luckau ein besonderer Tag. Erinnerte er doch nicht nur an den Fall der Mauer, sondern stand auch als Beispiel für beherzt genutzte Chancen in den Jahren seither.

Auf dem Gelände des früheren Gefängnisses mitten im historischen Zentrum wurden die letzten 13 von insgesamt 23 neuen Wohnungen eingeweiht. Zehn Jahre nach der Schließung der Justizvollzugsanstalt war damit zugleich der denkmalgerechte Umbau des gesamten Komplexes abgeschlossen. Für 17,5 Millionen Euro wurde aus der einst "verbotenen Stadt" ein pulsierendes Quartier.

Heute lockt dort die Kulturkirche zu Konzerten, in einem ehemaligen Hafthaus haben das Kreisarchiv von Dahme-Spreewald und Brandenburgs einziges Museum für Humor und Satire ihren Sitz. Wo für die Haftanstalt gekocht und gewaschen wurde, toben die Steppkes der evangelischen Kita "Haus Gottessegen". Ein Indoor-Spielplatz ist Magnet für Gäste aus nah und fern. Begehrt sind die Wohnungen hinter ehemaligen Gefängnismauern.

"Eine lichte Zukunft nach einem dunklen Teil der Geschichte. Es ist toll, wenn so etwas wie in Luckau gelingt", brachte Florian Pronold, Staatssekretär im Bundesbauministerium, die außergewöhnliche Leistung der Gartenstädter auf den Punkt, die anfangs von so manchem wegen ihrer kühnen Visionen belächelt worden waren. Mut und Vertrauen in die eigene Kraft können selbst scheinbar Unmögliches möglich machen: Diese Erfahrung gibt der 9. November 2015 für die Zukunft mit auf den Weg, die ganz gewiss für Luckau, für die Gesellschaft sowie für jeden von uns noch viele Herausforderungen bereithalten wird.

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