Die Passagen im Bericht des Landesrechnungshofs zum LSB aus dem vergangenen Jahr und die damit verbundenen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen spielten praktisch keine Rolle bei den Beratungen. Der scheidende Präsident Hans-Dietrich Fiebig sprach davon, dass man „verschiedene Auffassungen“ habe und die Vorwürfe der Rechnungsprüfer nicht teile. Die hatten in mehreren Punkten das Finanzgebaren des weitestgehend aus Haushaltsmitteln des Landes gespeisten LSB kritisiert.

Insbesondere die hohen Zinserträge, die die Sportfunktionäre durch Bankeinlagen erzielten, waren den Prüfern aufgefallen. Sie betrugen in den Jahren 2006 und 2007 zusammengerechnet mehr als 110 000 Euro. Daneben wurde die Anmietung von fünf Fahrzeugen, die ausschließlich dem Führungspersonal zur Verfügung standen, der Betrieb von Kindertagesstätten durch die Sportjugend und die unzureichende Berichterstattung über die Mittelverwendung bemängelt.

Inzwischen ist ein Teil dieser Zinserträge zwar an das Land zurückgezahlt. Die Prüfergebnisse haben allerdings die Staatsanwaltschaft zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bewogen. Denn die nicht mit dem Zuwendungszweck zu vereinbarende Verwendung von Steuergeldern könnte den Tatbestand des Subventionsbetrugs erfüllen.

Auf dem Landessporttag spielte die Auseinandersetzung um diese Probleme aber nur eine untergeordnete Rolle. Das Präsidium meinte, das zuständige Ministerium sei stets im Bild gewesen und im Übrigen warte man den Gang der Ermittlungen ab. Der Betrieb von Kindertagesstätten sei jetzt durch Satzungsänderungen ermöglicht worden und die Verträge für die Dienstwagen seien beendet. Einige Delegierte aus dem Süden des Landes wollten sich damit allerdings nicht abfinden. So verlangten der Vorsitzende des Kreissportbundes Elbe-Elster, Detlev Leissner, und der in der Lausitz beheimatete Präsident des Märkischen Turnerbundes, Klaus Zacharias, vergeblich detaillierte Informationen. Leissner erklärte, er teile die Kritik des Landesrechnungshofes. Zacharias fragte, warum erneut in erheblichem Umfang Zinseinnahmen im Haushaltsplan als Einnahmen vorgesehen seien. Der neu gewählte Präsident Wolfgang Neubert erklärte nach seiner Wahl, er habe nichts zu verbergen. Er versprach „lückenlose Aufklärung“ im Zuge der Ermittlungen. Neubert war ohne Gegenkandidat. Er gilt nicht zuletzt wegen seiner Tätigkeit in der Sportschule als ausgewiesener Kenner in einer Vielzahl von Sportarten. Er ist politisch in der SPD engagiert, für die er auch in der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung sitzt.