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Lotsen wollen Flugzeuge fernsteuern

Blick in das Cockpit des verunglückten Airbus A320: Das Bild entstand am 22. März 2015 nach einem der letzten Flüge vor dem Absturz der Maschine. Foto: Marius Palmen
Blick in das Cockpit des verunglückten Airbus A320: Das Bild entstand am 22. März 2015 nach einem der letzten Flüge vor dem Absturz der Maschine. Foto: Marius Palmen
Köln/Paris. Gut drei Wochen nach der Germanwings-Katastrophe sind die meisten Wrackteile geborgen. Inzwischen beraten Experten über technische Konsequenzen. So könnten Flugzeuge im Notfall vom Boden aus gesteuert werden. dpa/bf

Als Konsequenz aus der Germanwings-Katastrophe, bei der 150 Menschen starben, hat die Deutsche Flugsicherung eine Art Fernsteuerung von Flugzeugen vorgeschlagen. In Notfällen könnten Flugzeuge demnach vom Boden aus gelenkt und zur Landung gebracht werden. Schon nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten Experten an einem ähnlichen Projekt gearbeitet.

Der Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS), Klaus-Dieter Scheurle, sagte nun, die Technik zur Steuerung von Flugzeugen vom Boden aus sei bei Drohnen grundsätzlich vorhanden. Er wolle den Vorschlag in der nationalen Task Force zur Flugsicherheit gründlich diskutieren. Mit einer Umsetzung rechne er jedoch frühestens im nächsten Jahrzehnt.

Die Identifizierung der Opfer, die bei dem Absturz am 24. März ums Leben kamen, wird noch etwa sechs Wochen dauern. Zudem will die französische Luftfahrt-Untersuchungsbehörde Bea in den kommenden Wochen einen Zwischenbericht mit dem genauen Flugverlauf veröffentlichen.

Der Airbus war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Der Copilot soll den Kapitän absichtlich aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine zum Absturz gebracht haben.

Am morgigen Freitag soll im Kölner Dom mit einem ökumenischen Trauergottesdienst der Opfer der Tragödie gedacht werden. Dazu werden unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel sowie Regierungsvertreter aus Frankreich und Spanien erwartet. Unter den rund 1400 Gästen im Dom seien voraussichtlich mehr als 500 Hinterbliebene, teilte die nordrhein-westfälische Staatskanzlei mit. Sie werden von Notfallseelsorgern begleitet.