Der bundesweite Streik der Lokführer hat auch in Berlin und Brandenburg am Mittwoch für zahlreiche Zugausfälle gesorgt. Die Reisenden hätten die Probleme zunächst weitgehend gelassen hingenommen, sagte ein Bahnsprecher. Das Unverständnis für den zweiten Streik innerhalb von acht Tagen wachse aber. Die Gewerkwerkschaft der Lokführer hatte am Mittwochmittag einen 14-stündigen Streik begonnen, von dem neben dem Fern- und Regionalverkehr auch S-Bahnen betroffen waren.

In Berlin stand der S-Bahnverkehr trotzdem nicht völlig still. Die Linien S1, S2, S3, S5 und S7 sollten nach dem Plan der Bahn noch alle 20 Minuten fahren. Auch der Flughafen Schönefeld sollte erreichbar bleiben. Die S-Bahn riet Pendlern im Berliner Stadtgebiet, auf Busse, U- und Straßenbahnen auszuweichen, die von der BVG betrieben werden und deshalb nicht vom Streik betroffen waren. In Gegenden, die ohne S-Bahn schlecht zu erreichen sind - wie Teltow, Blankenfelde, Hennigsdorf, Hohen Neuendorf oder Strausberg - richtete die Bahn Ersatzbusse ein.

Die Lokführergewerkschaft GDL verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will auch für das übrige Zugpersonal wie Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten mit verhandeln.

Schon vor Beginn des Streiks fuhren viele Regionalzüge nicht. „Auf den Linien RE 1, 5 und 7 wurden seit Mittwochmittag einige Züge herausgenommen“, erklärte ein Bahnsprecher. Das sollte gewährleisten, dass der Zugverkehr nach Ende des 14-stündigen Streiks am Donnerstagmorgen besser anlaufen kann. Züge stünden dann nicht irgendwo verteilt an den Bahnhöfen und verstopften die Gleise.