Die GDL werde aber nicht sofort nach Ende der Friedenspflicht am 1. Oktober mit Streiks beginnen, so Weselsky. Auch der Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, rechnet mit weiteren Streiks. Er gehe davon aus, dass die GDL ihre „unglaublichen Forderungen“ mit Arbeitsniederlegungen durchzusetzen versuchen werde, sagte Hansen dem Sender.

Die beiden großen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA und die kleine Lokführergewerkschaft GDL hatten sich nicht auf eine gemeinsame Linie für die Tarifverhandlungen mit der Bahn verständigen können. Deshalb kündigten sie ihre Ende August unter Vermittlung der beiden ehemaligen CDU-Politiker Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler vereinbarte Zusammenarbeit am Donnerstag auf.

Die GDL besteht weiter auf einem eigenen Tarifvertrag für Lokführer, wie Vize-Vorsitzender Weselsky bekräftigte. Die GDL könne und wolle sich dabei mit niemandem abstimmen, sagte er im Bayerischen Rundfunk. Verständnis der anderen Bahn-Gewerkschaften erwarte er nicht. Die Bahn auf der einen und Transnet und GDBA auf der anderen Seite hätten einen Tarifabschluss erzielt und hätten nun Probleme, „wenn jetzt jemand kommt und den Beweis antreten will, dass dieser Abschluss zu niedrig ist“. Transnet und GDBA hatten sich mit der Bahn auf eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent geeinigt.

Hansen kritisierte, der GDL gehe es um einen Tarifvertrag, „mit dem sie sich herausheben können und mit dem sie uns Mitglieder abwerben können“. Es könne „doch nicht wahr sein, dass das zu Lasten anderer Beschäftigtengruppen und der Arbeitsplatzsicherheit und des betrieblichen Friedens durchgepresst werden soll“.