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Lokführer wollen wieder streiken

Berlin. Bahnkunden brauchen diese Woche unter Umständen wieder starke Nerven und viel Geduld. Die Lokführer könnten mit ihrer fünften Streikrunde erneut den Zugverkehr lahmlegen – flächendeckend in ganz Deutschland. dpa/bf

Zugausfälle und Verspätungen - dieses Szenario droht Bahnreisenden wieder in dieser Woche. Die Lokführergewerkschaft GDL hat offiziell beschlossen, erneut zu streiken. "Es wird ganz Deutschland betroffen sein", sagte ein Sprecher. Der Streik sei vom GDL-Vorstand um Gewerkschaftschef Claus Weselsky beschlossen worden.

Unklar ist aber noch, welche Bereiche der Deutschen Bahn für wie lange bestreikt werden sollen. Dies will die GDL "rechtzeitig" mitteilen - 24 Stunden vor Beginn des Ausstands.

Bahnchef Rüdiger Grube hatte zuvor angekündigt, den Lokführerstreik noch verhindern zu wollen. "Uns geht es darum, eine Lösung ohne weitere Streiks zu erreichen", sagte er den Dortmunder "Ruhr-Nachrichten".

Indes bezichtigte Weselsky im "Deutschlandfunk" Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber der Lüge. Grund sind Aussagen Webers, man sei in den Verhandlungen weitergekommen und "einen Meter vor der Ziellinie". Dazu sagte Weselsky: "Der Mann lügt an der Stelle." Der Bahnvorstand wolle kein Ergebnis erzielen. "Er streikt bei den Verhandlungen, und deswegen streiken die Zugpersonale aller Voraussicht nächste Woche wieder, um ihre Rechte durchzusetzen."

2014 hatte die GDL im Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt. Erst im Februar war ein weiterer Streik angekündigt worden. Er sollte bis zu 100 Stunden dauern, wurde nach Zugeständnissen der Bahn abgeblasen. Danach war man wieder in die Tarifgespräche eingestiegen.