2. Verbandsliga, Frauen. "Trotz der zuletzt großartigen Vorstellung in Gröditz, die viel Selbstvertrauen erwirkte, sind wir doch mit arg gemischten Gefühlen und einer gewissen Ehrfurcht in dieses Spiel gegangen", bekannte Jana Rericha nach der Partie. "Schließlich haben wir in der Hinrunde in Bautzen kein Land gesehen und der MSV ist als klarer Spitzenreiter angereist."

Doch von Spielbeginn an versuchten die Steinitzer Leistungsträgerinnen Marlen Makatsch und Dana Köppe diese Zweifel zu zerstreuen und die Spielgestaltung an sich zu reißen. Nicht einfach, aber mit zunehmender Dauer gelang dies immer dominanter. Vor allem Marlen Makatsch zog unbeirrt ihre Kreise und ließ mit ihrem Steinitzer Bestwert von 521 Kegeln der eigentlichen Bautzener Schlussstarterin und Kegelchefin Kersti Friese mit 455 Zählern keine Chance. Dana Köppe hatte da mehr Mühe, sich mit 471 zu 446 Kegeln gegen Waltraut Hobrack durchzusetzen. "Die ‚Heimbahn' bereitet mir oft Kopfzerbrechen. Da habe ich noch viel zu trainieren, um die so richtig in den Griff zu bekommen. Mit dem Resultat bin ich nicht zufrieden", übte sie Selbstkritik.

Den Gastgeberinnen gelang es aber schon frühzeitig, arg überraschend, sich einen komfortablen Vorsprung zu verschaffen, den es nun zu verteidigen galt. Schon zu diesem Zeitpunkt zeigte sich aber, dass die Akteure des Spitzenreiters ebenfalls Probleme mit der schwer zu bespielenden Königswarthaer Bahn offenbarten, was letztlich in den Resultaten zum Ausdruck kam.

Der Mitteldurchgang der Gäste aber wollte es wissen und ließ sich das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen. Anfangs bedächtig wurde aus dem Windchen im abschließenden vierten Abschnitt ein Sturm und schon schmolz der Abstand auf magere 26 Zähler. Lange sich den Angriffen erwehrend, musste sich Jana Rericha mit 510 Kegeln der MSV-Akteurin Heike Kunze mit Tagesbestwert von 531 Kegeln geschlagen geben und die tapfer kämpfende, etwas unglücklich agierende Anke Eichler (441) ihrer Kontrahentin Kerstin Link (483).

Nun war wieder Stimmung in der voll besetzten Kegelsportstätte und besonders die Bautznerinnen mit ihrem Anhang witterten Morgenluft. Berechtigt, denn mit Ramona Langner verstärkte eine Bundesligaakteurin den Kader im Schlusspart, die die Wende herbeiführen sollte. Anfangs gelang es auch, Augenhöhe zu den Gastgebern zu erreichen.

Doch gerade in dieser entscheidenden Spielphase zeigten die Steinitzerinnen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind und sie in der kurzen Verbandsligazeit schon viel gelernt haben. Durch unbändigen Kampfgeist verbunden mit gelungenen spieltechnischen Kombinationen bekamen sie die Partie immer besser in den Griff und setzten die Bautznerinnen mächtig unter Druck, die damit wohl nicht gerechnet hatten. Steffi Bartuschk entzauberte mit ihren 498 Kegeln die völlig von der Rolle gekommene Ramona Langner (442) und Dr. Carolin Noack erspielte sich in der nervenaufreibenden Schlussphase 466 Kegel gegenüber Bautzens Manuela Salzburg (485).

Damit reist der Steinitzer KSV-Sechser am 6. März als Verbandsligafünfter bei Schlusslicht KSV Dresden-Leuben an.