Ob es ein gewonnener oder verlorener Punkt ist, bleibt die Frage. Sieht man den Spielverlauf, kann man von einem Punktgewinn sprechen, auch wenn es Massen am Ende in der Hand hatte, beide Zähler mit nach Hause zu nehmen.

Dabei ging es gar nicht so schlecht los. Calau setzte den ersten Treffer, Massen zog nach und erspielte sich ein 2:4. Warum sich dann wieder viele technische Fehler einschlichen, bleibt offen. Oftmals wurde der Ball schon vor dem Torwurf verdattelt und wenn die Gäste zum Wurf kamen, machten sie es der Calauer Torfrau sehr leicht, die Bälle zu halten. Die Konsequenz: Der HV nutzte seine Möglichkeiten, ging in Führung und baute diese aus. Ein zwischenzeitlicher Torwartwechsel auf Massens Seite, Anja Barth stand jetzt zwischen den Pfosten, verhinderte Schlimmeres. Beim Abpfiff der ersten Halbzeit stand ein 15:10 auf der Anzeigetafel. Der noch folgende direkte Freiwurf von Nancy Burghardt konnte dann das Ergebnis noch etwas zum 15:11 verbessern.

Ganz fest entschlossen, das hier nicht so über sich ergehen zu lassen, kamen die TSV-Spielerinnen aus der Kabine. Aber gleich zwei nicht genutzte Chancen brachten Calau weiter nach vorn (17:11). Sollte das schon eine kleine Vorentscheidung sein? Nein, denn Massen setzte nun fünf Treffer und Calau nur einen. Die Germanen-Abwehr wurde noch einmal umgestellt. Betty Walter rückte in die Mitte und ließ da den gegnerischen Spielerinnen wenig Spielraum. Die anderen zogen mit und die Anzeigetafel zeigte ein 18:16. Die Calauer Bank zog die Grüne Karte, denn es waren noch 15 Minuten zu spielen. Das TSV-Team war wieder dran. Und nach einigen weiteren Minuten fiel endlich der Ausgleich (18:18).

Die Partie war nun offen, es folgte ein regelrechter Schlagabtausch bis zum 20:20. Zwei Spielminuten waren nun noch zu absolvieren. Es war keine Begegnung für Leute mit schwachen Nerven. Im nun folgenden Angriff hatte es Massens Nancy Burghardt, mit zwölf Treffern beste Werferin des Spiels, in der Hand, den Führungstreffer zu erzielen. Der Ball landete am Pfosten, kam aber zurück ins Feld zu Romy Freigang. Sie traf zum 20:21. Nun war der HV noch einmal am Zug. Ein schnell ausgeführter Freiwurf der Gastgeber wurde zwar geblockt, allerdings der Abstand von drei Metern nicht eingehalten. Dies ahndeten die Schiedsrichter mit einer Roten Karte, da inzwischen die letzte Spielminute lief. Somit verteidigte der TSV in den letzten Sekunden in Unterzahl. Zum Unglück der Germania-Frauen gelang dies nicht. Calau konnte den Angriff erfolgreich abschließen.

Eine furiose Aufholjagd wurde belohnt, auch wenn anfänglich der Ärger über den letzten Gegentreffer überwog. Aber mit etwas Abstand betrachtet kann Massen mit dem einen Punkt dann doch noch zufrieden sein, blickt man auf die sehr durchwachsene Leistung der TSV-Frauen über die gesamte Dauer der Begegnung.

Germania Massen: Tor: Tine Müller, Anja Barth. Feld: Betty Walter, Lisa Walter (1), Maria Starý, Nadine Stemmer (2), Anne Beer, Carolin Käbermann (3), Anna Jäckel (1), Vivien Beyer (1), Nancy Preuß, Nancy Burghardt (12), Theresa Töpfer, Romy Freigang (1).