Das Material dazu war so umfangreich, dass es nicht möglich war, alles komplett anzusehen. So entschied man sich, einige bewegende Momente aus der Tradition der Volleyballer gezielt herauszusuchen und diese natürlich authentisch vom Gründer kommentieren zu lassen.

Geschichte: Johannes Weber kam mit 25 Jahren als Lehrer nach Elsterwerda und war allen als leidenschaftlicher Hohenleipischer Fußballer bekannt. Diese Kontakte pflegt er heute noch intensiv und verpasst kaum ein Heimspiel seiner Elf, die es mittlerweile bis in die Brandenburgliga geschafft hat. Da er als leidenschaftlicher Sportler, er fährt heute noch 2000 Kilometer Rad im Jahr, unbedingt etwas bewegen wollte, fiel sein Interesse auf Volleyball, das bereits damals etwas Faszinierendes und Neues für ihn hatte.

Im Oktober 1960 wurde die Sportart Volleyball in Elsterwerda durch Hannes Weber gegründet und fand dann bei der BSG Lokomotive Elsterwerda seine erste Vereinsheimat. Mühlberg, Fichtenberg und Uebigau hießen damals die ersten Kontrahenten auf der anderen Netzhälfte.

Sport macht die Stadt bekannter

Als sehr akribisch arbeitender Mensch war Hannes Weber nicht nur als Lehrer bekannt. Schnell entwickelte sich Volleyball aus Elsterwerda zu einer Hochburg im Kreis und räumte bei Meisterschaften ab. Auch überregional dauerte es nicht lange, bis sich in der Volleyballwelt herumgesprochen hatte, wo denn das kleine Städtchen Elsterwerda eigentlich liegt.

Sternstunden gab es bereits 1970/71, als die A-Schüler beim DDR-Pokal den vierten und bei der DDR-Meisterschaft den fünften Platz erzielten. Die ersten Delegierungen zum TSC Berlin (Dietmar Rossade und Bernd Buchwald) schafften bei den Junioreneuropameisterschaften 1975 in Bonn einen vierten Platz. Da der Start mit Kindern und Jugendlichen stattfand, entwickelte sich erst später eine Mannschaft bei den Herren, die ebenfalls direkt in die Spitze des Bezirkes Cottbus vordringen konnten.

Mit Ralf Möbius als hauptamtlichen Trainer beim DTSB wurde 1980 das Trainingszentrum in Elsterwerda gegründet. Die folgende Zeit erhöhte die ohnehin schon vorhandene Dynamik noch einmal und Elsterwerdas Volleyball entwickelte sich zur Talentschmiede mit zahlreichen Delegierungen zum TSC nach Berlin. Ein ganzer Trainingsstab ermöglichte es, alle Altersklassen von der AK 10 bis zur A-Jugend zu besetzen, wobei bis zu viermal pro Woche in den einzelnen Trainingsgruppen trainiert wurde.

Es ist nicht möglich, alle Erfolge aufzuzeichnen und man würde sicher dem einen oder anderen erfolgreichen Sportler aus der Elsterstadt nicht gerecht werden. Viele sind bis heute dieser Sportart treu geblieben und tragen die Volleyballerfahrungen aus der Stadt mittlerweile an den verschiedensten Orten in Deutschland weiter.

Viele Titel für Jung und Alt

Elsterwerdas Volleyballer wurden im Laufe der Jahre von 1960 bis 2015 Sieger der DDR-Spartakiade oder Platzierte, zweimal Deutscher Meister mit dem SC Charlottenburg (Jan Günther), Regionalligaspieler, holten Top-Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften der Senioren in der Halle und im Beach, wurden zweimal Bezirkspokalsieger verbunden mit der Teilnahme an der ersten und zweiten Hauptrunde des FDGB-Pokals, waren Teilnehmer an Deutschen Meisterschaften Beach im Jugendbereich und erkämpften viele Bezirks- und später Landestitel.

"Neuzeit": Der geglückte Wechsel in den neu gegründeten Elsterwerdaer SV 94 war die richtige Entscheidung in schwierigen Zeiten. Hannes Weber, der stets von seiner Frau Therese unterstützt wurde, zog damals die Fäden und war froh, einen so engagierten Partner wie Rudi Scheibe gefunden zu haben. Allerdings bröckelten die Strukturen in der Sektion Volleyball, sodass es zwischen 1998 und 2001 nahezu keine Aktivitäten mehr gab. Der Rückzug aus dem Spielbetrieb bedeutete fast das Ende der Tradition.

Im ESV zurück zu alter Stärke

Die letzte von Hannes Weber trainierte Mannschaft legte dann den Startschuss für eine neue Entwicklung ab 2002. Erfolgreich wurde diese Entwicklung mit den Nominierungen von Nico Lehmann in den Nationalmannschaftskader, zwei Landesmeistertiteln in der U12 und U13 sowie einem zweiten Platz im überregionalen Finale hinter dem TSC Berlin in den letzten zwei Jahren gekrönt. Die erste Herrenmannschaft spielte fünf Jahre am Stück in der höchsten Spielklasse des Landes und führt nach einer Eingliederung von Herzberger Nachwuchsspielern derzeit die Landesliga Süd an.

Vor wenigen Tagen übergab die Sektionsleitung mit Sven Kersten und Michael Möbius Hannes Weber einen Präsentkorb und bedankte sich für sein Engagement für den Volleyballsport. Sportliche Erfolge und einige noch nicht bekannte Storys standen in der anschließenden Runde im "Arcus" Elsterwerda im Mittelpunkt.