"Wir haben arbeitsfähige Strukturen geschaffen, die es uns ermöglichen werden, das Programm mit Leben zu erfüllen", erklärt Matthias Knaak, Mitarbeiter im Jugendamt der Kreisverwaltung.
Der LAP geht auf eine Initiative des Bundes-Familienministeriums zurück. Auf seiner Grundlage sollen Maßnahmen und Projekte umgesetzt werden, die der Vermittlung von Werten wie Demokratie und Toleranz dienen. Die Laufzeit des lokalen Aktionsplans beträgt drei Jahre, wobei eine jährliche Fortschreibung vorgesehen ist. "Der Landkreis Bautzen wurde als eine von drei Modellregionen im Freistaat Sachsen ausgewählt", so Matthias Knaak. Dies beruhe unter anderem auf der Tatsache, dass es in allen Teilen des Landkreises rechtsextremistische Tendenzen gebe. Diese würden von der Öffentlichkeit nicht immer als solche wahrgenommen, da die Rechten sich zunehmend einer neuen Strategie bedienten: An die Stelle offener Gewalt trete das Ausnutzen sozialer Probleme für die eigenen Zwecke. Die NPD, so Knaak, sei nahezu flächendeckend präsent.
Eine besorgniserregende Tendenz im Landkreis Bautzen seien zunehmende Anfeindungen gegen die sorbische Bevölkerung. "Pöbeleien, mit denen man gegen den Gebrauch der sorbischen Sprache vorgeht, treten immer häufiger auf, besonders in Gaststätten und im Umfeld von Sportveranstaltungen", erklärte der Jugendamtsmitarbeiter. Auf der Projektliste stünden daher gemeinsame Veranstaltungen mit deutschen und sorbischen Jugendlichen ganz oben. Weitere Projekte speziell für Jugendliche sind in Jugendclubs sowie an Mittel- und Berufsschulen geplant.