Der Tenor ihrer Kommentare lautete: Wir hatten nichts erwartet, deshalb sind wir mit dem Erreichten schon ganz zufrieden. Die überregionale Zeitung „Al-Sharq al-Awsat“ schrieb am Mittwoch: „Das Wichtige an dieser Konferenz ist, dass es eine gemeinsame israelisch-palästinensische Erklärung über die Aufnahme von Verhandlungen gibt, in denen dann alle entscheidenden Fragen auf dem Weg zu einem palästinensischen Staat geklärt werden sollen.“

Die in Amman erscheinende Zeitung „Jordan Times“ erklärte, die Kritik der Hamas, des Irans und aller anderen Skeptiker, die den Arabern von einer Teilnahme an der Konferenz abgeraten hätten, sei ungerechtfertigt gewesen. Das Ergebnis der Konferenz habe bewiesen, dass die Entscheidung der Araber „pragmatisch und weise“ gewesen sei.Bemerkenswert sei gewesen, dass der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert in Annapolis von Israel und den besetzten Palästinensergebieten als „unserem Vaterland und Eurem Vaterland“ gesprochen habe, schrieb „Al-Sharq al-Awsat“. Der Kommentator warnte jedoch: „Ja, es ist eine historische Chance, aber wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, um den unabhängigen palästinensischen Staat zu verwirklichen. Vor allem muss der interne palästinensische Zwist beigelegt werden und diejenigen müssen außen vor bleiben, die den Konflikt als Vorwand für ihre Machenschaften missbrauchen.“

Aus Syrien, das sich von der Konferenz in den USA auch einen neuen Einstieg in syrisch-israelische Friedensverhandlungen versprochen hatte, kamen kritischere Töne. Die Konferenz sei für US-Präsident George W. Bush und seine Regierung möglicherweise die letzte Chance gewesen, „ihre guten Absichten unter Beweis zu stellen“, schrieb das Regierungsblatt „Tishreen“.

Doch der Friedensprozess könne noch scheitern, wenn der Konflikt um die von Israel besetzten syrischen Golanhöhen weiterhin ausgeklammert werde, so wie dies in Annapolis der Fall gewesen sei.