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| 01:00 Uhr

Lob für Fortschritte und viel Kritik

Potsdam.. Auf gemischte Reaktionen sind die Pisa-Ergebnisse in Brandenburg gestoßen. Zwar hob Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) Fortschritte in allen Bereichen hervor. Mit dem Gesamtergebnis könne er aber nicht zufrieden sein.

"Wir haben offensichtlich ein sozial gerechtes Schulsystem, leider aber auf relativ niedrigem Niveau", sagte der Ressortchef.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Lunacek sagte, hohe Leistungen und Chancengerechtigkeit seien zwei Ziele, die sich zum Teil widersprächen. Das Land müsse aber beide Ziele im Auge behalten. Vorbildlich sei Sachsen, das sowohl bei den Leistungen als auch der Chancengerechtigkeit Spitzenplätze belege. Besorgnis erregend sei, dass Realschüler in Bayern genauso gut seien wie Brandenburgs Gymnasiasten.
CDU-Generalsekretär Sven Petke sagte: "Wir dürfen uns keinen Sand in die Augen streuen lassen." Die Bildungsoffensive in Brandenburg müsse konsequent fortgesetzt werden. In den vergangen Jahren seien einige Schritte getan worden. Das sei aber noch nicht gut genug.
Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche (CDU) forderte ein Umdenken in Brandenburg. Der Abstand Brandenburgs zur Spitzengruppe der Pisa-Gewinner in Deutschland sei größer geworden. "Der Leistungsabstand zwischen Gymnasiasten in den naturwissenschaftlichen Fächern beträgt beispielsweise zwischen Brandenburg und Sachsen ein ganzes Schuljahr." Brandenburg müsse sich nun an der Bildungspolitik der deutschen Pisa-Sieger orientieren. "Notwendig sind eine Stärkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts und ein Bekenntnis zu Leistung und Anstrengungsbereitschaft."
Die oppositionelle Linkspartei kritisierte, das Land sei weit von Chancengleichheit entfernt. Gleichzeitig warnte die Partei davor, die relativ größere soziale Gerechtigkeit in Brandenburgs Bildungswesen überzubewerten. So sei möglich, dass die Spanne zwischen Arm und Reich in Brandenburg kleiner sei als in anderen deutschen Bundesländern, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Gerrit Große. Zudem befinde sich Brandenburg im Leistungsvergleich im unteren Drittel der Bundesländer und leider auch unter dem internationalen Pisa-Durchschnitt. (dpa/ab)