ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:32 Uhr

Kampf gegen Eisenocker
LMBV: Eisen- und Sulfatbelastung der Spree gehen zurück

Cottbus. Eisenocker und Sulfat aus alten Bergbaukippen und aktivem Bergbau belastet seit Jahren die Spree. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgeserllschaft mbH (LMBV) meldet nun weitere Fortschritte durch Gegenmaßnahmen.

Die vor etwa fünf Jahren begonnenen Maßnahmen gegen die deutliche Eisenockerlast in der Spree zeigen immer mehr Wirkung. Das ist der Kern der aktuellen Bilanz die Eckehard Scholz, Leiter Technik der LMBV am Donnerstag im Braunkohlenausschuss in Cottbus vortrug. Der Bau von Brunnenriegeln, Wasseraufbereitungsanlagen und ein komplexes Wasser-Management ließen die Eisenwerte in Bergbau-Seen und der Spree stabil sinken. Scholz nannte dafür Zahlen.

Im Schlabendorfer See sei durch Bekalkung ein stabiler Eisengehalt um ein Milligramm pro Liter erreicht worden. (Ab drei Milligramm Eisenhydroxid pro Liter färbt sich das Wasser braun.) Die Kalkbehandlung werde 2018 fortgesetzt, so Scholz. Aus dem Vetschauer Mühlenfließ und dem Eichower Fließ seien seit 2013 über Wasseraufbereitungsanlagen zusammen rund 480 Tonnen Eisen abgeschieden worden.

Auch die Beräumung des Greifenhainer Fließes sei fast beendet. 114000 Kubikmeter Schlamm seien dort entfernt worden. Flossen in der Spree 2013 noch fast 3000 Kilogramm Eisen pro Tag, waren es im vorigen Jahr nur noch 570 Kilo.

Beigetragen haben dazu laut Scholz auch weitere Arbeiten im sächsich-brandenburgischen Grenzgebiet der Spree. An der Spreewitzer Rinne und bei Burgneudorf wurden Brunnenriegel vervollständigt, die eisenbelastetes Wasser in die Aufbereitung nach Schwarze Pumpe und zu einer neuen Anlage in Burgneudorf leiten. Auch die Eisenabscheidung vor der Talsperre Spremberg funktioniere.

Verbesserungen konnte der LMBV-Technik-Chef auch für die Sulfatbelastung der Spree aufzeigen. In den sächsischen Speicherbecken Lohsa II und Burghammer habe sich der Sulfatgehalt seit 2014 etwa halbiert und liege aktuelle bei 253 beziehungsweise 380 Milligramm pro Liter. An der Meßstelle Spremberg-Wilhelmstal sei 2017 ein Mittelwert von 349 Milligramm Sulfat pro Liter verzeichnet worden. 2015 waren es noch 429 Milligramm.

Das Brandenburger Umweltministerium arbeitet an Bewirtschaftungserlassen für den Eisen- und den Sulfatgehalt des Flusses. Darin sollen Richtwerte für verschiedene Pegel festgesetzt werden. Darüber hinaus sollen auch Grenzen gerade für Sulfat fixiert werden, bei deren Überschreitung sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Trinkwassergewinnung in den Wasserwerk Briesen und Berlin-Friedrichshein nicht gefährdet wird.