(red/gro)  Dem Landeskriminalamt (LKA) Sachsen ist beim „Geschäftsführer-Betrug“, auch CEO-Fraud genannt, in Zusammenarbeit mit israelischen Behörden ein Ermittlungserfolg gelungen. Wie das LKA Sachsen weiter informiert, ist in Deutschland das speziell gegen Unternehmen gerichtete Betrugsphänomen seit 2013 zu beobachten.

Vorausgegangen war ein Fall Anfang August 2018, den das LKA so schildert:  Die Buchhalterin eines mittelständigen Unternehmens in Sachsen erhielt eine auf den ersten Blick vom Mailaccount des Geschäftsführers der Firma stammende E-Mail. In dieser und weiteren folgenden Mails wurde die Frau unter Verpflichtung auf vertrauliche Behandlung der Angelegenheit aufgefordert, eine Finanztransaktion durchzuführen. Ein beauftragter Rechtsanwalt sollte die Mitarbeiterin dabei unterstützen. Konkret ging es um den Kauf von Wertpapieren für eine Firmenübernahme.

Letztlich wurde am gleichen Tag um die Mittagszeit eine Transaktion in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro vom Konto der Firma auf ein Konto im europäischen Ausland durch die Buchhalterin veranlasst.

Doch die Frau bekam Zweifel, so informiert das LKA weiter,  und sprach mit der Geschäftsleitung. Sofort danach erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Die Frau ist Opfer eines „Geschäftsführer–Betruges“ geworden.

Ermittler des LKA leiteten sofort Maßnahmen ein, um eine Gutschrift des überwiesenen Betrages auf dem ausländischen Täterkonto zu verhindern und das Geld auf das Konto des Unternehmens in Dresden zurück zu überweisen. Nach zwei Tagen war der volle Betrag wieder auf dem Firmenkonto in Sachsen.

Zur Ermittlung der bis dahin unbekannten Täter nutzten die Sächsischen Polizisten ein Rechtshilfeersuchen und die  Zusammenarbeit mit israelischen Ermittlungsbehörden. So konnten fünf Beschuldigte in Israel festgestellt werden. Die israelischen Behörden führen derzeit die Ermittlungen gegen die Personen.

In diesem Zusammenhang möchte das LKA Sachsen noch einmal auf das Phänomen des „Geschäftsführer-Betruges“  aufmerksam machen und Betriebe sensibilisieren zur erhöhten Vorsicht bei Geldtransaktionen.