Bei einer Probe handele es sich möglicherweise um verdorbene Ware, die übrigen 27 Proben seien bisher unauffällig, sagte gestern der Direktor des Landeslabors Brandenburg, Roland Körber. Das Ergebnis der Untersuchungen werde erst Mitte nächster Woche vorliegen. Die Proben - Fleischerzeugnisse und Wurstwaren - stammen aus dem verdächtigen Unternehmen in Stahnsdorf (die RUNDSCHAU berichtete).

Zeugen vernommen
Gestern haben Kriminalbeamte in 22 Firmen Zeugen verhört. Bei ihnen handele es sich um Mitarbeiter, denen bei der Anlieferung von Ware aus dem Stahnsdorfer Betrieb (Potsdam-Mittelmark) etwas aufgefallen ist, erklärte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Ralf Roggenbuck. Gegen den 42-jährigen Geschäftsführer des Unternehmens und einen Filialleiter wird ermittelt.
Inzwischen ist nach Darstellung der Staatsanwaltschaft klar, dass der Betrieb Ware umetikettiert hat. Außerdem soll er seit längerem Lebensmittel - vorwiegend Fleisch - mit überschrittenem Verfallsdatum ausgeliefert haben. Zu den Empfängern in Berlin und Brandenburg zählten Hotels, Seniorenheime und eine Kindertagesstätte.

Verdacht gegen Kontrolleur
Roggenbuck bestätigte, dass auch gegen einen Lebensmittel-Kontrolleur wegen des Verdachts der Beihilfe zum Ver stoß gegen das Lebensmittelgesetz Ermittlungen geführt werden. Von den Ergebnissen der Laboruntersuchungen hängt entscheidend das mögliche Strafmaß für die Beschuldigten ab, das bis zu mehrjährigem Freiheitsentzug reichen kann.
Unterdessen ist wegen fehlender Genehmigungen eine Dönerproduktionsstätte im Landkreis Märkisch-Oderland geschlossen worden. Da nicht alle erforderlichen Unterlagen, wie beispielsweise Betreiber- oder Arbeitserlaubnis, vorlagen, habe der Amtstierarzt die Einrichtung geschlossen, teilte das LKA mit. 1,5 Tonnen Dönermasse wurden vernichtet. Der Amtstierarzt habe Anzeige erstattet. (dpa/ta)