Brandenburgs Linke stellen sich auf eine harte Auseinandersetzung mit der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) ein. Das sagte der Landesvorsitzende der Linkspartei, Christian Görke, am Donnerstagabend bei der Vorstellung eines Gutachtens der Potsdamer Politologen Christoph Kopke und Alexander Lorenz über Personen und Wahlkampf der AfD.

Die Studie bezeichnet die AfD als "nationalpopulistisch" und wirft der Partei vor, bei Vorwürfen betreffend der politischen Vergangenheit eines AfD-Politikers nur dann zu reagieren, wenn die Fälle einer breiteren Öffentlickeit bereits bekannt seien.

In Wahlkampfreden sei eine starke Tendenz zur Nationalisierung von Konflikten zu beobachten, zudem hätten mindestens sieben Landtagsabgeordnete und fünf Vertreter des Landesvorstands eine "zumindest als rechtsaffin zu bezeichnende Vergangenheit" oder seien Mitglied in diversen rechten, rechtspopulistischen oder rechtsextremen Kleinparteien gewesen.

Außerdem gebe es eine große Nähe der Partei zur rechtskonservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit". Schon während des Landtagswahlkampfs hatte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Klaus Ness die rechte Vergangenheit zahlreicher AfD-Politiker problematisiert.

Die Linke will sich insbesondere auf kommunaler Ebene klar von der AfD abgrenzen. "Wir werden bei unseren Vertretern in den Kreistagen und Gemeindeparlamenten dafür werben, dass es keine gemeinsamen Anträge mit der AfD gibt", kündigte Görke am Freitag in Potsdam an.

Der stellvertretende Landesvorsitzende der Linken, Sebastian Walter, erklärte, die AfD verberge "völkisch-fremdenfeindliche Tendenzen hinter demokratischen Lippenbekenntnissen".

Auf Nachfrage der LAUSITZER RUNDSCHAU wies der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland die Kritik der Linkspartei zurück. "Man liest es durch und denkt, die spinnen", sagte Gauland zu dem Gutachten. Es sei ein "Ablenkungsmanöver einer Partei, die 40 Jahre lang einen Staat zugrunde gerichtet hat."