Neben Lehrbüchern, die schon jetzt von den Schulen zur Verfügung gestellt werden, beträfe dies zum Beispiel Arbeitshefte, Kopien, Atlanten, Tafelwerke, Taschenrechner oder Wörterbücher. Zudem sollen auch die Kosten für verbindliche Schulveranstaltungen wie Theaterbesuche vom Land übernommen werden. Nach Veranschlagung der Linken müsste das Land für die Bereitstellung des Lernmaterials 2009 zusätzlich 16 Millionen Euro und im kommenden Jahr 32 Millionen Euro aufbringen. Die Schülerbeförderung würde mit 6,25 beziehungsweise 12,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Kosten für die Lernmittel seien eher zurückhaltend geschätzt worden, hieß es. Grundlage sei eine Internet-Umfrage des Landeselternrates gewesen. Danach beliefen sich die Ausgaben pro Kind auf rund 150 Euro. Fraktionschef Hahn verwies auch auf Sachsens Verfassung. In Artikel 102, Absatz 4, heißt es wörtlich: "Unterricht und Lernmittel an den Schulen in öffentlicher Trägerschaft sind unentgeltlich." Sachsens Schulgesetz, das vor der Verfassung verabschiedet worden sei, müsse an diesem Punkt nachgebessert werden. Klassenfahrten extraAus Sicht des Landeselternrates sind die Kosten für den Schulbesuch vor allem für Familien mit geringem Einkommen kaum noch zu bezahlen. Die von der Linken genannten rund 150 Euro seien nur ein Teil davon, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Gisela Grüneisen, am Donnerstag. Hinzu gerechnet werden müsse unter anderem das Geld für Exkursionen und Klassenfahren. Die Forderung der Linken nach kostenlosem Lernmaterial werde deshalb unterstützt. "Das ist längst überfällig."Teure Rechner-Modelle"Allein der Taschenrechner für den Unterricht ab Klasse acht im Gymnasium kostet rund 200 Euro", sagte Grüneisen und verwies auf neue Regelungen für grafikfähige Rechner nicht erst ab der 11. Klasse. Die Schulen würden bestimmte Rechner-Modelle vorschreiben, die so teuer seien. "Für Familien mit Arbeitslosengeld II ist das kaum zu machen." Der Griff in die Taschen der Eltern falle den Schulen oft leicht. Müssten diese etwa Taschenrechner aus dem eigenen Etat bezahlen, würde es vermutlich auch ein kostengünstigeres Modell sein, so Grüneisen. dpa/das