Der Bundestagsabgeordnete Frank Tempel (Linke) kennt sich mit Drogen aus - er war früher Kriminalpolizist in Thüringen. Vom benachbarten Tschechien aus überschwemmt die Droge Crystal Meth seit Jahren Sachsen, Brandenburg und angrenzende Bundesländer.

Um die Welle zu stoppen, hat der Drogenexperte der Linken eine Idee: "Für Crystal sollte es legale Alternativen geben." Auch die bisher verbotenen Drogen Heroin und Cannabis will er in Deutschland zulassen. "Wäre Cannabis als gut untersuchte Substanz mit ihren bekannten Rauschwirkungen und Gefahren legal und in kontrollierter Qualität erhältlich, würden wohl nur wenige Menschen auf die Idee kommen, sich für den erwünschten Rausch unbekannten Gesundheitsgefahren auszusetzen", sagt Tempel. Er meint: Pharmakonzerne könnten Ersatzstoffe für Crystal anbieten. Schließlich hätten sie vor dem Zweiten Weltkrieg bereits Crystal als Pervitin verkauft. "Heute wird es als Crystal Meth in kleinen Privatlaboren zusammengepfuscht", sagt Tempel. Er hält Pharmafirmen anders als die Drogenmafia für staatlich kontrollierbar.

Bei Lausitzer Praktikern stößt das auf Ablehnung. "Damit werden wir das Problem nicht lösen", sagt Torsten Wendt, Polizeisprecher in Cottbus. Die Nebenwirkungen seien zu drastisch, als dass man Crystal an Menschen abgeben könnte. Eine Legalisierung würde zudem auch das kriminelle Problem nicht lösen, nur die Schwarzmärkte verschieben. "Der einzige Weg führt über Aufklärung und Prävention", so Wendt.