Das sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion, Gerrit Große, am gestrigen Dienstag in Potsdam.

Bislang kennt das Brandenburger Feiertagsgesetz drei Arten von Feiertagen: die gesetzlichen Feiertage wie das Reformationsfest, Ostern oder den Tag der Deutschen Einheit. Diese Tage sind generell arbeitsfrei. Am Karfreitag sind zudem Tanz- und Sportveranstaltungen verboten. Dann gibt es Gedenk- und Trauertage. In diese Kategorie fallen bislang der Volkstrauertag und der Totensonntag: Da sie auf einen Sonntag fallen, sind sie arbeitsfrei, zudem sind auch an diesen Tagen Tanz- und Sportveranstaltungen verboten. Schließlich gibt es religiöse Feiertage, die nicht arbeitsfrei sind. An ihnen haben Arbeitgeber aber den Angehörigen der betreffenden Religionsgemeinschaft eine Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes zu bieten. Das wäre etwa beim katholischen Fronleichnamsfest der Fall.

Was wäre nun aber mit dem 8. Mai? "Wir wollen da keinen arbeitsfreien Tag", sagt Große. Auch solle der Tag nicht als stiller Trauertag begangen werden. Vielmehr wolle man durch das Festhalten dieses Tages im Feiertagsgesetz die Gedenk- und Erinnerungskultur fördern. Der Tag solle dazu dienen, dass überall im Land Veranstaltungen zum Gedenken an das Kriegsende stattfinden können. "Dieser Tag soll als besonderes Ereignis begangen werden." Die Linke würde mit dem 8. Mai also eine ganz neue Form des Feiertags in Brandenburg einführen. Bei ihrem Koalitionspartner SPD stößt sie damit auf Zustimmung. Dagegen bezeichnete der parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Jan Redmann, den Vorschlag der Linken als "leeren Formalismus". "Zweifellos ist der 8. Mai ein wichtiger Tag des Gedenkens, das ist seit der Rede von Richard von Weizsäcker wohl jedem im Land klar", sagte Redmann. "Wir glauben aber nicht, dass das Gedenken an das Kriegsende in irgendeiner Weise intensiviert würde, wenn man diesen Tag nun auch noch in das Sonn- und Feiertagsgesetz aufnehmen würde."