Der wegen seines exzessiven Gebrauchs des Bundestagsfahrdienstes in die Schlagzeilen geratene Müller könnte zu einem Symbol für die höchst überflüssigen, moralisch fragwürdigen Affären werden, die sich zahlreiche prominente Vertreter der Brandenburger Linken in den vergangenen Monaten leisteten. Denn die Partei, die sich eigentlich ein besonderes Sozialbewusstsein auf die Fahnen geschrieben hat, vermittelt zurzeit eher den Eindruck einer selbstsüchtigen Raffke-Truppe.

Friedlicher dürfte da die zeitgleich stattfindende Landesdelegiertenkonferenz der Brandenburger Grünen in Potsdam ablaufen - auch wenn die Partei bei der kommenden Bundestagswahl gute Chancen hat, neben der bisherigen Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock einen weiteren Abgeordneten nach Berlin zu schicken. Entsprechend umkämpft ist der Platz zwei auf der Landesliste der Umweltpartei: Ganze sieben Bewerber, darunter die beiden Lausitzer Andreas Rieger und Wolfgang Renner, wollen am Samstag einen Platz auf der Liste ergattern. Daneben wollen sich die Grünen heute auch mit inhaltlichen Themen beschäftigen - so stehen Anträge zum Kohleausstieg und zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf der Tagesordnung der Ökopartei.