Die sächsischen Linken sehen sich trotz Mitgliederschwundes auf ihrem Weg der Konsolidierung vorangekommen. „Wir haben uns nicht neu erfunden, aber neue Gemeinsamkeiten gefunden“, sagte Parteichef Rico Gebhardt am Dienstag in Dresden. Statt öffentlicher Schlachten stehe nun das Verbindende im Vordergrund. Inzwischen werde der bundesweit größte Landesverband der Linken auch in Berlin wieder ernst genommen.

Gebhardt verwies unter anderem auf die Diskussionsfreude der Sachsen beim jüngsten Bundesparteitag in Erfurt. Gebhardt (48) will am kommenden Samstag auf einem Parteitag in Bautzen als Landesvorsitzender wiedergewählt werden. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht. Gebhardt geht auch nicht davon aus, dass noch einer auftaucht. Die Zahl der Stellvertreter soll von bisher drei auf zwei sinken. Klaus Bartl und Sebastian Scheel treten nicht mehr als Partei-Vize an, nur Cornelia Falken stellt sich zur Wiederwahl.

Für den zweiten Stellvertreterposten kandidieren Stefan Hartmann und Michael Matthes. Gebhardt unterstützt die Bewerbung von Hartmann. Inhaltlich befassen sich die Linken in Bautzen mit sozialpolitischen Leitlinien.

Die Partei hat derzeit in Sachsen rund 11 600 Mitglieder. Unterm Strich schrumpft sie jedes Jahr um etwa 300 Mitglieder. Mit 45 Prozent ist der Frauenanteil vergleichsweise hoch. Der Altersdurchschnitt aller Mitglieder liegt bei etwa 67 Jahren.

Gebhardt bemüht sich um eine stärkere Kooperation mit der SPD und den Grünen in Sachsen. Bundespolitisch gilt er nicht als Gefolgsmann des derzeitigen Führungsduos Gesine Lötzsch und Klaus Ernst. Vielmehr hatte er sich öffentlich für Bodo Ramelow und den stellvertretenden Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch ausgesprochen. Rico Gebhardt ist dafür, den für Juli 2012 geplanten Bundesparteitag auf den Monat März vorzuziehen.