Die Landtagsabgeordneten Thomas Domres und Anke Schwarzenberg hätten Akteneinsicht in den Bericht des Landesrechnungshofs beantragt. "Dass es bei Pro Agro eine sehr komplizierte Förderstruktur gibt, ist bekannt", so Christoffers. Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Klara Geywitz will nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden Klaus Ness Einsicht in den Prüfbericht nehmen.

Die Opposition nahm indes auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in ihr Visier, der zum Zeitpunkt der Vergabe eines Zuschusses von 250 000 Euro an "Pro Agro" Landwirtschaftsminister war. "In Brandenburg darf auch im Landwirtschaftsbereich nicht nach Gutsherrenart Geld weitergegeben werden", sagte CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben. "Da sind der Minister und auch die Landesregierung in die Pflicht zu nehmen." Zudem sei der Eindruck da, dass das Ministerium versucht habe, Dinge zu verschleiern.

Senftleben kündigte an, das Thema in der Sitzung des Haushaltskontrollausschusses in der kommenden Woche auf die Tagesordnung nehmen zu lassen. Auch in der heutigen Sitzung des Landwirtschaftsausschusses soll es thematisiert werden. "Es ist ja nicht das erste Mal, dass das Ministerium einem Verein mit seltsamen Förderbedingungen zur Seite steht", sagte auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Axel Vogel.

Am Montag hatte der Landesrechnungshof in einer Pressemitteilung erneut erklärt, dass die "Förderung satzungsgemäßer Aufgaben" von Pro Agro "gegen das Zuwendungsrecht verstoßen" habe. Ferner hätten im Ministerium die Voraussetzungen für Projektförderungen satzungsgemäßer Aufgaben anderer geprüfter Vereine und Verbände "regelmäßig nicht vorgelegen".