Das entspricht 79 Prozent Zustimmung. 29 Delegierte stimmten gegen ihn, fünf enthielten sich.

Nur „Dialog auf Augenhöhe“

Der 48-Jährige aus dem Erzgebirge kündigte auf dem Parteitag eine „radikale Realpolitik“ an. Nachdem der jahrelange innerparteiliche Streit beigelegt sei, müssten politische Inhalte an erster Stelle stehen. Entscheidend für eine Koalition sei ein „Dialog auf Augenhöhe“ mit SPD und Grünen, sagte Gebhardt mit Blick auf das Wahljahr 2014.

Das größte Manko sei allerdings die unzureichende Verankerung der Partei in der Gesellschaft. Bei einigen Themen fehle es noch immer an „glaubwürdiges Personal“, auch werde der Partei eine „nicht ausreichende Lösungskompetenz“ bei manchen Themen zugeschrieben. Gebhardt kündigte einen „Dialog für Sachsen“ an, bei dem die Linke ihr politisches Programm mit Bürger, Vereinen und der Wirtschaft diskutieren will. Auch müsse die Linke als Voraussetzung für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und einen Wahlerfolg beweisen, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen dem Eintreten für soziale Gerechtigkeit und der Heimatliebe der Sachsen.

Nachdem die Linke beim vergangenen Parteitag ihre energiepolitischen Ziele gesteckt hatte, wurden in Bautzen sozialpolitische Leitlinien diskutiert. Notwendig sei die Einführung einer Kindergrundsicherung und einer Mindestrente, forderte die stellvertretende Fraktionschefin der Linken, Annekatrin Klepsch. Nur so könne die wachsende Kinder- und Altersarmut in Sachsen gestoppt werden. Für eine Kindergrundsicherung plädiert auch die sächsische SPD, deren Landtagsabgeordnete Stefan Brangs und Karl Nolle beim Parteitag zu Gast waren. Die Grünen folgten der Einladung der Linkspartei nicht.

Heftige Kritik vom DGB

Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Sachsen, Iris Kloppich, kritisierte indes das Fehlen von Lösungsansätzen. „Eine Vision für Beschäftigung und Arbeitsplätze fehlt der Linkspartei völlig“, sagte Kloppich als Gastrednerin. Der Linke-Abgeordnete Dieter Pellmann monierte: „Wir werden mit unseren Konzepten scheitern, wenn es nicht gelingt, potenzielle Partner zu finden und auch deren Konzepte zu akzeptieren.“