Weil Amtsinhaber Elias Antonio Saca nicht mehr antreten darf, schickt das regierende republikanisch-nationalistische Bündnis Arena Ex-Polizeichef Rodrigo Avila ins Rennen. Umfragen sagten zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Funes und Avila voraus. Etwa 4,3 Millionen Bürger sind zur Wahl aufgerufen. FMLN-Kandidat Funes war mit Rückenwind in den Wahlkampf gezogen, nachdem seine Partei bei den Kommunalwahlen im Januar gesiegt hatte. In den Umfragen lag der 49-Jährige lang vorn. Der Sieger, ob es nun Funes oder Avila wird, wird jedoch nicht allein regieren können. In Anbetracht der Sitzverhältnisse im Parlament wird der künftige Staatschef eine Koalition mit anderen Parteien eingehen müssen. Der Wahlkampf in El Salvador war geprägt vom ideologischen Richtungsstreit links gegen rechts. Avila warnte, Funes wolle einem "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" den Weg bereiten, wie ihn Venezuelas Staatschef Hugo Chávez predige. Funes hingegen betonte seine Unabhängigkeit von Chávez und versicherte, El Salvador werde auch unter seiner Regierung ein überzeugter Verbündeter der USA bleiben. In Washington warnte eine Gruppe von US-Parlamentariern dennoch in einem Brief an Außenministerin Hillary Clinton, ein Sieg von Funes würde "potenzielle Gefahren für unsere nationale Sicherheit" bedeuten. Die USA hatten während des 1992 beendeten Bürgerkriegs in El Salvador das rechtskonservative Lager unterstützt. AFP/das