"Es gibt keine Patentrezepte und auch die Linken sind Suchende."
 Kerstin Kaiser, Fraktionschefin der Linken im Landtag


Es gebe in den bisherigen Planungen keine "Ostanbindung" des Flughafens BBI für den Nahverkehr, kritisierte Ludwig. "Die Leute aus diesen Regionen kommen dann nicht zur Arbeit", obwohl der Airport auch für die Brandenburger Ränder - und nicht nur für das angebundene Berlin - ein Jobmotor sein soll.
Auf der Fachkonferenz in Potsdam debattierte die PDS-Landtagsfraktion gemeinsam mit Experten, wie bei wachsenden Ungleichgewichten in Brandenburg - einerseits ein prosperierendes Umland mit Zuzug, andererseits eine sich entleerenden Peripherie - der Staat künftig öffentliche Daseinsvorsorge gewährleisten kann. Ein Haupthemmnis sei nach wie vor die "Überregulierung", sagte Barbara Klembt, PDS-Bürgermeisterin der Gemeinde Wiesenburg im dünnbesiedelten Fläming. Die Regierung in Potsdam reagiere immer noch nach dem alten Muster, auf erkannte "Defizite mit neuen Gesetzen, Verordnungen und Dienstanweisungen zu reagieren".
Brandenburgs Linkspartei drängt dagegen vor allem auf eine stärkere Autonomie und Eigenverantwortung der Regionen und Kommunen im Land, um die demografischen Herausforderungen in der sich entvölkernden berlinfernen Peripherie zu bewältigen. Das ist eine zentrale Forderung im neuen PDS-Leitbild vom "Brandenburg der Regionen".
Gleichzeitig betonte Linkspartei-Fraktionschefin Kerstin Kaiser, dass "es keine Patentrezepte gibt und auch die Linken Suchende sind". Auch die Linke habe bisher nur "unzureichende Antworten", so die Politikerin. Kaiser sprach sich gegen verengte Debatten in den eigenen Reihen um die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen - ein Tabu für viele Linke - aus. Es sei wichtiger, konkrete soziale und ökologisch verantwortbare Kriterien für die öffentliche Daseinsvorsorge zu definieren als "uns pausenlos über die Zulässigkeit" einer Privatisierung zu streiten. Es sei nicht an dieser Frage festzumachen, ob einer "wirklich links" sei.