Dies sei ein einmaliger Vorgang, sagte die Abgeordnete der Linken, Kornelia Wehlan. Sie hätte zumindest erwartet, dass sich die Ausschussvorsitzende Jutta Lieske (SPD) um einen gemeinsame Stellungnahme des Gremiums bemüht. Der vor rund einem Jahr auf Initiative der Linken vom Landtag eingesetzte Ausschuss sollte herausfinden, wer für die unrechtmäßige Aneignung von Bodenreform-Grundstücken durch das Land die politische Verantwortung trägt. In etwa 10 200 von insgesamt 82 000 Fällen hatte das Land keine Erben gefunden und sich kurzerhand selbst zu deren Vertreter bestellt. Es beantragte, bis zu einer Verjährungsfrist im Oktober 2000, als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen zu werden. Der Bundesgerichtshof verurteilte das massenhafte Verfahren Ende 2007 als sitten- und rechtswidrig, wonach die Regierung erheblich unter Druck geriet. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bedauerte später in einer Regierungserklärung das Vorgehen des Landes. Den zehn Seiten starken Abschlussbericht aus Sicht der Koalitionsfraktionen wollen am Dienstag deren beiden Obleute Susanne Melior (SPD) und Dierk Homeyer (CDU) vorstellen. Zum Inhalt äußerte sich Homeyer nicht. "Wir haben uns gegenseitig Schweigen verordnet." Die oppositionelle Linke werde wohl nun ein Minderheitsvotum abgeben. Zu dieser Verfahrensweise bemerkte die Linkspolitikerin Wehlan: "Das ist mehr als schlimm." dpa/mb