Zuletzt war von mehr als zehn Millionen Euro die Rede, veranschlagt waren ursprünglich nur etwa 2,5 Millionen Euro.

Dem Bischof wird außerdem Täuschung vorgeworfen. "Wir sind hinter das Licht geführt worden", sagte ein Sprecher des Vermögens- und Verwaltungsrats, der für die Kontrolle der Finanzen des Bischöflichen Stuhls in Limburg zuständig ist. Das Bistum selbst hatte noch vor wenigen Wochen Berichte zurückgewiesen, die Baukosten könnten um die 20 Millionen Euro betragen. Frankfurts Stadtdekan Johannes zu Eltz hingegen hatte schon Mitte September geahnt: "Ich vermute, dass da eine Zahl rauskommen wird, die uns umhauen wird." 31 Millionen Euro hat die verwaltungsinterne Kostenrechnung ergeben, die der Oberhirte selbst für Oktober angekündigt hatte. Der Vermögens- und Verwaltungsrat kritisierte den Bischof scharf. Diese Höhe der Kosten sei völlig unbekannt gewesen.

2012 und 2013 sei der vorgeschriebene Haushaltsplan nicht vorgelegt worden. Der Bischof habe zudem nicht gewollt, dass der Vermögens- und Verwaltungsrat seine Informationen über die Pressestelle des Bistums bekannt gibt. Die Ausgaben für die Residenz "übersteigen alle bisherigen Befürchtungen", sagte auch der Pfarrer der Frankfurter Kirchengemeinde St. Bonifatius, Werner Otto. Noch erschreckender sei, dass der Bischof offenbar den Vermögens- und Verwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls getäuscht habe. "Wenn das zutrifft und er die Haushalte nicht vorgelegt hat, dann ist sein Amt extrem beschädigt."

Der Bischof sagte am Dienstag erst einmal einen öffentlichen Termin in Wiesbaden ab. Er hätte in der Landeszentrale für politische Bildung Bücher über die beiden Päpste Benedikt XVI. und Franziskus vorstellen sollen. Das Bistum habe gebeten, den Termin zu verschieben, hieß es weiter.

Auch die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Tebartz-van Elst. Es geht um den Vorwurf der Falschaussage in Zusammenhang mit einem teuren Flug nach Indien.