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| 02:46 Uhr

Limburg für Tebartz-van Elst künftig tabu

Der Prüfbericht belastet den Limburger Oberhirten schwer: Franz-Peter Tebartz-van Elst war sich jederzeit über die ausufernden Kosten des Bischofssitzes im Klaren.
Der Prüfbericht belastet den Limburger Oberhirten schwer: Franz-Peter Tebartz-van Elst war sich jederzeit über die ausufernden Kosten des Bischofssitzes im Klaren. FOTO: dpa
Rom/Limburg. Der Papst hat entschieden, er nimmt den Amtsverzicht des Limburger Bischofs an. Die "Causa Tebartz" war zuvor im Vatikan gründlich erörtert worden. Franziskus setzt nun auf einen Neustart im Bistum. Hanns-Jochen Kaffsack und Carolin Eckenfels

Endlich sind die Würfel im Vatikan gefallen: Der Papst lässt den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht in die hessische Stadt an der Lahn zurückkehren. Franziskus nimmt so den umstrittenen Oberhirten aus der Schusslinie - später soll er dann eine neue Aufgabe erhalten.

Die päpstliche Fürsorge zielt jedoch vor allem darauf ab, die Gemüter in der Diözese Limburg zu besänftigen, nach Monaten des Streits und der Unsicherheit dort wieder Ruhe einkehren zu lassen. Dafür soll der erfahrene Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Apostolischer Administrator in Limburg sorgen.

Der 74-Jährige leitete schon die von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission, deren Prüfbericht zur "Causa Limburg" rund um den teuren neuen Bischofssitz jetzt veröffentlicht wurde - und Tebartz-van Elst nicht gut dastehen lässt.

Tenor des Berichts: Der Limburger Oberhirte war stets über die ausufernden Kosten informiert und dafür auch wesentlich verantwortlich.

Der Papst konnte nicht anders, der Bischof auch nicht. Bereits am 20. Oktober 2013 hatte Tebartz-van Elst dem Papst seinen Rücktritt angeboten, wie erst am Mittwoch bekannt wurde. Vor der Entscheidung Jorge Mario Bergoglios war aber Gründlichkeit im Vatikan angesagt.

Die Kongregation für die Bischöfe studierte "eingehend" den Bericht der Kommission und beriet nach der Lektüre, wie der Fall Tebartz-van Elst denn bereinigt werden könnte. Das letzte Wort hatte der Papst, der versucht, möglichst allen Seiten gerecht zu werden. Der Ruf nach einem Aus für den Bischof auf dem Limburger Domberg war zu laut, die Zerrüttung und der Imageschaden für die katholische Kirche zu stark, als dass Franziskus anders hätte entscheiden können.

Die Weltkirche kennt solche Fälle durchaus: "Eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amts" war unmöglich geworden. Es sei gut, dass die Entscheidung endlich da sei, sagte der Kirchenrechtler Thomas Schüller. Doch es sei auch richtig gewesen, sich Zeit zu nehmen, um alle Vorwürfe sachgerecht zu prüfen. Er ging davon aus, dass der neue Administrator Grothe seine Sache im Bistum gut machen wird: "Er ist ein erfahrener Verwaltungsmensch und Seelsorger."

Der Papst machte am Tag der verkündeten Limburg-Entscheidung - wie passend - bei der Generalaudienz in Rom klar, was einen Priester oder einen Bischof auszeichnen muss: Dienst, Liebe zur Kirche und Gebet.

"Ein Bischof, der seiner Gemeinde nicht dient, handelt falsch", urteilte Franziskus und wandte sich klar gegen eine "Ah, ich bin ein Chef!"-Haltung.

In der Mitteilung des Vatikans zum Fall Tebartz-van Elst tauchen dann auch Schlüsselworte des Papstes wieder auf und zeigen, worum es ihm geht: Klerus und Gläubige sollen sich darum bemühen, "in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden." Wie lange das braucht und wann die Diözese Limburg einen neuen Bischof erhält, ist angesichts der aufgeheizten Atmosphäre schwer absehbar. Ein Grundstein dafür ist jedoch gelegt.