Nur so könne das friedliche Zusammenleben in der freien Gesellschaft bewahrt werden, erklärte Müller gestern. Zugleich betonte er: "Der 9. November steht für die Licht- und zugleich für die Schattenseiten deutscher Geschichte." Erinnert wird an dem Tag an den Mauerfall vor 27 Jahren sowie an die Novemberpogrome der Nationalsozialisten im Jahr 1938.

Auch wenn sich Berlin der glücklichen Momente der Maueröffnung erinnere, dürften die Opfer der Teilung nicht vergessen werden, so Müller. Zugleich bleibe es beschämend, dass während des Nationalsozialismus zu wenige Menschen ihren jüdischen Mitbürgern beistanden.

"Der organisierte Massenmord an den Juden und der von den Nationalsozialisten begonnene Zweite Weltkrieg waren nur möglich, weil nicht genügend Menschen aufgestanden sind und für ihre Demokratie gekämpft haben. Die deutsche Teilung war das Ergebnis dieses fehlenden Einsatzes für die Demokratie."

Bürgermeister Müller nimmt heute am Gedenken zum Jahrestag des Mauerfalls in der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße teil.