Bei einer Konferenz in Jordanien sagte Übergangs-Regierungschef Mahmud Dschibril, der Sturz Gaddafis habe zur Wiedergeburt des nordafrikanischen Landes geführt, doch werde der Wiederaufbau eine sehr schwierige Aufgabe sein.

Noch vor den Feiern wurde der Streit um die Leiche des Ex-Diktators beigelegt. Die sterblichen Überreste Gaddafis und seines Sohnes Mutassim sollen an Angehörige übergeben werden.

Nach der Befreiungsfeier soll binnen 30 Tagen eine provisorische Regierung gebildet werden. Diese solle dann bis Juni 2012 Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung vorbereiten, kündigte Dschalil an. Dieses Gremium wiederum soll eine Verfassung ausarbeiten, auf deren Grundlage dann innerhalb eines Jahres ein Parlament und ein Präsident gewählt werden.

In die Affäre um die Lieferung von modernen deutschen Sturmgewehren vom Typ G36 an Gaddafi hat sich jetzt die deutsche Justiz eingeschaltet. Nach Informationen von „Bild am Sonntag“ geht die Staatsanwaltschaft Stuttgart dem Verdacht illegaler Rüstungsexporte nach. Sie beauftragte das Zollkriminalamt Köln mit den Ermittlungen. Die Bundesregierung hatte 2003 den Export von 600 Sturmgewehren des Typs G36 der Firma Heckler & Koch nach Ägypten genehmigt. Waffen aus dieser Lieferung wurden vor zwei Monaten beim Sturm von Rebellen auf eine Gaddafi-Residenz entdeckt.