Für die Landesgeschäftsstelle im Keller einer Potsdamer Villa reicht das Geld nicht mehr. Brandenburgs FDP ist am 14. September im hohen Bogen aus dem Parlament geflogen. Nun muss sich der Landesverband verkleinern. "Ende März ziehen wir hier aus", sagt der nach der Wahlniederlage zurückgetretene Landesvorsitzende Gregor Beyer. Die Partei sei zwar schuldenfrei und habe noch 70 000 Euro Rücklagen. Verkleinern aber müsse man sich trotzdem. Am Montag trat Beyer zusammen mit den Ehrenvorsitzenden Hinrich Enderlein und dem Kolkwitzer Jürgen Türk noch einmal vor die Presse: Denn am Samstag veranstalten die Liberalen einen außerordentlichen Landesparteitag in Potsdam. Die Wahlniederlage soll aufgearbeitet werden: Trotz einer Plakatkampagne, deren Slogan "Keine Sau braucht die FDP" den kleinen Landesverband schlagartig bundesweit bekannt machte, erhielten die Liberalen gerade einmal 1,5 Prozent der Wählerstimmen. Außerdem will sich die Partei neu aufstellen: Mit dem 62-jährigen Hauptgeschäftsführer des "Bundes freier Tankstellen", Axel Graf Bülow, soll ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Anstelle des früheren Fraktionsvorsitzenden Andreas Büttner ist die ehemalige Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz, Christiane Gaethgens, als stellvertretende Landesvorsitzende vorgesehen.

Der Unternehmer Martin Heesterberg soll das Amt des Landesschatzmeisters übernehmen. Und der Kreistagsabgeordnete aus Elbe-Elster, Göran Knösch, soll Beisitzer im Landesvorstand werden.

"Das wichtigste Kriterium bei der Kandidatenfindung war die Teamfähigkeit", sagt Hinrich Enderlein, der zusammen mit Türk die Suche nach dem neuen Landesvorsitzenden leitete.

Tatsächlich glich die FDP-Fraktion im Landtag eher einer Ansammlung von Alphatieren als einer im Team spielenden Mannschaft. Doch zwei ihrer ehemaligen Abgeordneten, der Teltower Jurist Hans-Peter Goetz und die Potsdamerin Linda Teuteberg, werden auch weiterhin dem Landesvorstand der Partei angehören. "Erfolgreiche liberale Bürgermeister, etwa das am 14. September mit mehr als 60 Prozent der Stimmen wiedergewählte Stadtoberhaupt von Eberswalde, Friedhelm Boginski, waren dagegen nicht zu einer Mitarbeit im Landesvorstand bereit.

Der designierte Landesvorsitzende Axel Graf Bülow kündigte an, auch in der außerparlamentarischen Opposition einen Schwerpunkt auf Wirtschafts- und Bildungspolitik setzen zu wollen. "Unser Land braucht eine liberale Kraft", so Graf Bülow. Für die Zukunft jedenfalls zeigte er sich optimistisch: "Es kann eigentlich nur besser werden."