Tatsächlich lockt die liberale Kraft im Landtag nicht gerade mit Politik aus einem Guss. Sie kritisiert fehlenden Sparwillen der Landesregierung, kann es dann aber kaum fassen, wenn die Kritisierte einen kostenträchtigen FDP-Antrag zur kostenlosen Schülerbeförderung niederstimmt. Die Liberalen, die einst einen politischen Weitblick erweisenden Politiker wie Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher hervorbrachten, verlaufen sich auf Landesebene im Unterholz. Beispielsweise beim Vergabegesetz, mit dem die Landesregierung gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Vergabe öffentlicher Aufträge regeln will. Dazu gehört der Plan, mit einem Mindestlohn jenen verhängnisvollen Wettbewerb zu stoppen, bei dem Firmen ihre Konkurrenten mit übler Lohndrückerei unterbieten. Ein Mindestlohn würde diese Entwicklung stoppen und dafür sorgen, dass redlich zahlende Unternehmen nicht mehr die Dummen sind.Doch statt die legitimen Interessen dieser Firmen zu vertreten, ruft die FDP Zeter und Mordio, als stünde der Untergang des Abendlandes bevor, wenn halbseidene Chefs ihre Mitarbeiter nicht mehr mit Hungerlöhnen abspeisen und zum Sozialamt schicken können, um den fehlenden Lohnanteil zu holen. Darüber schütteln auch zahlreiche Unternehmer, die von durch Mindestlohn stabilisierten Märkten profitieren, nur noch den Kopf. Die FDP schnurrt derweil zu einer Lobbypartei von Hoteliers, Gastwirten und Putzunternehmen zusammen. PS: Die Partei blutet aus, verliert Stimmen an andere und müsste um den Wiedereinzug in den Landtag bangen, wären demnächst Wahlen. Kein Wunder, dass die FDP-Anhänger gemessen an anderen Parteigängern mit der Situation in Brandenburg weitaus am unzufriedensten sind. Rund ein Drittel der FDP-Wähler hat bereits Reißaus genommen. Wie es aussieht, steht das Haus von Hans-Peter Götz und Andreas Büttner gerade in lodernden Flammen.