Rashid Nawaz ist zufrieden. Trotz aller Konzessionen an die Bauvorschriften und die Nachbarn sieht der Entwurf "nach außen immer noch aus wie eine Moschee und nicht wie ein Bürokomplex", sagt der Sprecher der Leipziger Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Mitte Oktober entschied ein Preisgericht über die fünf eingereichten Entwürfe. Den Zuschlag bekam der Stuttgarter Architekt Mustafa Ljaic. Der entwarf für die Glaubensgemeinschaft einen lichten Bau mit leuchtender Kuppel, aber nur einem Minarett. Gerade um die Gebetstürme hatte es Aufruhr gegeben im Stadtteil Gohlis im Leipziger Norden. Die ursprünglich zwei vorgesehenen Minarette sollten ja nur zur Zierde sein, nicht für Rufe zum Gebet fünfmal am Tag. Trotzdem, sie hätten das Gebäude allzu auffällig als Moschee ausgewiesen, das nahmen viele als Provokation.

Im nun beschlossenen Entwurf waltet dagegen Dezenz. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) lobt die gute städtebauliche Einordnung und die Freiflächengestaltung. Alles entspreche "in seiner Gesamtheit sehr gut dem Anliegen der Gemeinde, eine offene Moschee für Leipzig zu errichten", sagte Dubrau bei der Präsentation.

Die soll auf einem Grundstück an der Georg-Schuhmann-Straße im Leipziger Norden entstehen, gleich hinter einem großzügigen Vorplatz mit Brunnen.

Dieser Eingangsbereich, den auch Nachbarn und Neugierige nutzen können, soll den offenen Charakter des Gebäudes unterstreichen, betont Sprecher Nawaz. Die Parkplätze - um die es vorab heftige Diskussionen gegeben hatte - verbannt der Entwurf in eine Tiefgarage. Das Minarett wird 16 Meter hoch, was aber noch niedriger ist als die meisten Nachbargebäude. Wie groß die auffällige Kuppel werden soll, steht noch nicht ganz fest. Eventuell noch kleiner als vom Architekten geplant.

Im Gebäude entstehen auf zwei Etagen zwei getrennte Gebetsräume für Männer und Frauen. Bislang hat die Gemeinde mit ihren 60 Mitgliedern nur eine Wohnung zur Verfügung, die als Gotteshaus dient.

Der Neubau ist für 100 Gläubige konzipiert. Anfang 2016 soll der Bau losgehen, der voraussichtlich 700 000 Euro kosten wird. Es wird teurer und später als ursprünglich geplant. Auch wegen der Konflikte rund um das Projekt.

Groß sind die Vorbehalte über die Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya, die aus Britisch-Indien stammt und in Deutschland an die 36 000 Mitglieder hat. Eine Online-Petition gegen das Projekt unterschrieben 10 000 Menschen - ebenso viele wie die Muslime, die in Leipzig leben. Den Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung im November 2013, als Unbekannte auf dem Baugrundstück Schweineköpfe aufspießten. Im vergangenen Sommer schließlich schmetterte die Landesdirektion die letzten Einsprüche gegen das Vorhaben ab.