Da die Aktivisten sich über eine Strecke von etwa zwei Kilometer verteilt hatten und nicht freiwillig aufgaben, konnten bis Nachmittag erst einige von ihnen mit Hilfe von Hubsteigern nach unten gebracht werden.

Die Besetzer mussten ihre Personalien angeben und wurden vorläufig in Gewahrsam genommen. Gegen sie läuft eine Strafanzeige von Vattenfall wegen Hausfriedensbruchs. Die Fällarbeiten sollten nach Auskunft eines Unternehmenssprechers am Freitag weitergehen, so dass erst dann auch die letzten Aktivisten von den Bäumen geholt werden könnten.

Etwa 30 Umweltaktivisten hatten mehrere Bäume in Sichtweite der Tagebaukante belagert. Die Hälfte von ihnen richtete sich in den Baumwipfeln mit Zeltplanen, Schlafsäcken und Hängematten ein.

Es dauerte am Donnerstag allein zwei Stunden, bis Polizei und Werksfeuerwehr einen angeketteten jungen Mann sicher auf den Erdboden zurückbrachte. Ein anderer Tagebaugegner hatte seinen Arm kunstvoll in einem Baumloch verankert. „Wir wollen mit unserer Aktion noch einmal auf das Schicksal der Lakomaer Teiche mit ihren geschützten Tier- und Pflanzenarten aufmerksam machen“, sagte Ute Bertrand, Sprecherin von Robin Wood. „Vattenfall will diese wertvolle Naturlandschaft zerstören, um mit der weiteren Verstromung von Braunkohle die Klimakatastrophe anzuheizen.“

Unterstützung erhielten die Baumbesetzer von der Brandenburger Grünen-Europaabgeordneten Elisabeth Schroedter. Sie bezeichnete die Aktion als „letzten öffentlichen Aufschrei“ gegen die Zerstörung der Lakomaer Teiche. Dort liegen schätzungsweise 42 Millionen Tonnen Braunkohle für das Kraftwerk Jänschwalde. Schroedter forderte in einer Mitteilung ein Umdenken in der Energiepolitik.

Die Förderbrücke F60 erreicht am 15. Oktober den Sicherheitsbereich von 50 Meter vor dem Hammergraben, der die Teiche begrenzt. Deshalb sah sich Vattenfall zum Handeln gezwungen. Das Unternehmen fühlt sich dabei durch jüngste Gerichtsbeschlüsse bestätigt, die den Weiterbetrieb des Tagebaus erlauben. Die Baumbesetzer ließen sich davon ebenso wenig beeindrucken wie von einem Gespräch am Mittwoch mit Vattenfall-Mitarbeitern, die sie zum Abzug bewegen wollten.

Doch die Umweltschützer sehen das absehbare Ende ihrer Aktion in Lakoma nicht als Niederlage an. „Unser Ziel ist erreicht – wir wollten die Öffentlichkeit noch einmal aufmerksam machen, was Vattenfall hier mit der Landschaft anrichtet“, bemerkte Bertrand. „Und weil der Konzern wieder neue Tagebaue in der Lausitz plant und weitere Dörfer abbaggern will, bleibt dieses Thema aktuell.“