Kaum zu glauben, aber wahr. Die politische Weltelite, Trump, Merkel, von der Leyen, Stoltenberg und zahlreiche deutsche Spitzenpolitiker aller Couleur, versuchen sich darin zu überbieten, Putin und Russland als die größte Bedrohung des Weltfriedens darzustellen. Putin, laut Kommentar in der LR ein autoritärer Herrscher, der seine Nachbarn bedroht, Kriege anzettelt und demokratische Wahlen beeinflusst, muss natürlich die notwendigen Sanktionen der friedliebenden Welt für seinen Angriffskrieg deutlich zu spüren bekommen. Und da erdreistet sich doch ein „sächsischer Provinzfürst“, der auch noch der CDU angehört, tatsächlich diesem Ungeheuer die Hand zu schütteln und sich mit ihm fotografieren zu lassen. Seine Forderung nach Beendigung der Sanktionspolitik, unterstützt von Industrie und Mittelstand, vermutlich aber nicht mit seiner Parteichefin abgestimmt, wird im Aufschrei der empörten Populisten untergehen.

Aber man muss ja auch die positive Seite der Russland-Hysterie sehen. Putin wird uns nicht überfallen, und immerhin hat die Groko so eine Begründung für die deutschen Nato-Beiträge von jährlich 45 Milliarden Euro. Damit kann sie schließlich Waffensysteme anschaffen, die ja auch in Deutschland produziert werden, damit Arbeitsplätze schaffen, Wirtschaftsaufschwung und Steuern zu generieren. Und jegliches Parteiengezänk über die Verwendung dieser enormen Summe wird auch noch vermieden.

Peter Hannemann, Cottbus