Zu „Erste deutsche Elektro- Autobahn in Betrieb“ (LR vom 8. Mai):

Elektro-Autobahn für den Lkw-Güterverkehr – ein Schildbürgerstreich?

Im Physik-Unterricht lernt man, dass der Energieverbrauch für den Transport auf der Straße allein wegen des Rollwiderstandes gegenüber der Schiene etwa viermal höher ist. Weiterhin sprechen die zunehmende Stau- und Unfallgefahr sowie ein gigantischer Flächenverbrauch für Straßen, Autobahnen und Parkplätze gegen diese Form des Güterverkehrs. Lediglich bezüglich der Arbeitsplätze ist es anders, denn ein Lokführer kann mit seinem Zug mehr als vierzig „Brummi-Fahrer“ ersetzen.
Dieses Transport-Prinzip auf der Straße mit elektrischen Oberleitungen ist jedoch weder neu noch innovativ, denn ich fuhr ehemals in Dresden fast täglich mit einem derartigen Bus. Offensichtlich fehlt es unseren Regierungskreisen mit der sogenannten Richtlinienkompetenz an diesen physikalischen Grundkenntnissen, da der elektrifizierte Bahntransport trotz oben genannter Vorteile gegenüber der Straße seit Jahrzehnten mit steuerlichen und anderen Regularien sträflich benachteiligt wurde und weiterhin wird. In der Schweiz hat der Bahn-Güterverkehr Vorfahrt vor der Straße und trägt wesentlich zur Umweltentlastung bei.

Wolfgang Rasim, Forst