Diese Aussage (. . .) bestätigte sich heute wieder. Die Grünlandflächen und die Ackerkulturen sind erschreckend unnatürlich. So sind 80 Prozent der Tiere und Pflanzen in der Feldflur verschwunden oder dort nicht mehr lebensfähig. Zum Beispiel Rebhuhn, Feldhase, Feldlerche, Hamster, Wiesenflockenblume, Ackergoldstern (. . .) und viele andere. Dies geschieht durch radikalen Einsatz von Insektiziden, Herbiziden sowie überhöhten Stickstoffeinsatz und Monokulturen mit Entwässerung. Wenn nun die Tümpel und Oberflächengewässer solche Stoffe aufnehmen, kann sich kaum ein Lurch entwickeln, dazu kommen noch bakterieller Befall und Nachstellung des Waschbären und Graureihers. Auch die Verlandungen der Kleingewässer sind erkennbar. Hier sollte jetzt ein Programm zur Sanierung aufgelegt werden (. . .). Es beunruhigt einen Naturfreund, wenn von der Landwirtschaft wasserbestandene Lehmlinsen im Landschaftsschutzgebiet auf der Feldflur verfüllt werden, wo hier die letzten Kiebitze brüteten, jahrelang bestehendes Brachland (Rebhühner) umgebrochen wurde und Tümpelverfüllung erfolgte. Da hilft auch wenig eine Neuanlage in den ersten Jahren. Es hat mich auch befremdet, als eine materielle Unterstützung für eine Tümpelsanierung vom Kreis abgelehnt wurde. (. . .) Auch ein begleitendes Programm für einen Feuchtbereich mit der Landwirtschaft wurde erstellt. Leider wurde dies vom Kreis auch nicht unterstützt. Wenn auch die Landwirtschaftsindustrie erklärt, sie pflegen das Kulturland, so kann ich dies nicht erkennen. (. . .) Wie soll es in etwa 30 Jahren mit dem Wasser aussehen, wer bezahlt das geschädigte Allgemeingut, der Verursacher? (. . .)

Menschen brauchen legale Fluchtwege

Philipp Höhne aus Gablenz schreibt zum Marineeinsatz in der Ägäis:

Der Einsatz überrascht mich nicht, denn die Verantwortlichen scheinen erkenntnisresistent zu sein. Den Flüchtlingen können zivile Schiffe viel besser helfen. Mich überrascht die Begründung unserer (. . .) Verteidigungsministerin. Fast wörtlich bei Maybrit Illner am 11. Februar: Wir wollen den Schleusern das Handwerk legen und dann legale, sichere Flüchtlingswege schaffen, um viele Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Meine Frage an die Ministerin: Warum gibt es die Schleuserbanden? Ich sage es ihr, weil sie wahrscheinlich nicht drauf kommt: Weil es keine legalen Wege für Flüchtlinge gibt. Wir können uns also den millionenteuren Marineeinsatz sparen, mit dem sowieso kein Schlepper erwischt wird, und gleich sichere, legale Fluchtmöglichkeiten schaffen. Und kein Schleuser kann am Flüchtlingselend Geld verdienen.

Zweierlei Maß beim Naturschutz

Wolfram Friedrich aus Altdöbern schreibt zu "Uckermarkleitung darf vorerst nicht gebaut werden" (LR vom 22. Januar):

Es ist doch sehr bezeichnend, welche Macht so ein Naturschutzbund (Nabu) gegenüber normalem Volkswillen hat. Da kann man so ganz aus dem Hut den Bau der 230 Millionen schweren Hochspannungsleitung zwischen Bertikow und Neuenhagen stoppen, weil "naturschutzrechtliche Aspekte" nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Dass dadurch die Fortleitung von ach so wichtigem Ökostrom verzögert wird, spielt gar keine Rolle. Ganz abgesehen von ganz sicher steigenden Kosten; aber die zahlt ja letztlich der Stromkunde.

Durch die Köpfe der Initiatoren gegen die Errichtung von 200 Meter hohen Windrädern im Chransdorfer Wald ging ein Aufschrei, der ganz Brandenburg erschüttern sollte. Was hat seinerzeit Herr Glinzk, Förster i. R., für Leute herangeholt, auch Vertreter der Landesregierung, die jedoch nichts Besseres versucht haben, als ihren Willen (Ökostrom hat Vorrang) durchzusetzen. (. . .) Die letzte Protestversammlung war noch nicht abgeschlossen, als die Masten für die Windaggregate schneller als Pilze aus dem Boden schossen. Nun geht eine neue Bürgerinitiative mit Volksbegehren ins Rennen: "Rettet Brandenburg" mit dem Sprecher Thomas Jacob Glietz. Ob sich diesmal auch der Nabu stark macht? Er dürfte doch nicht überhört haben, dass durch bestehende Anlagen jährlich 250 000 Fledermäuse getötet werden (s. LR vom 15. Januar 2016). Sind die Fledermäuse etwa weniger wert als die kollisionsgefährdeten Vogelarten in der Uckermark? Dabei sind doch eigentlich Starkstromleitungen ziemlich stationär und haben keine Flügel, die ständig unterschiedlichen Druck in ihrer Umgebung erzeugen. (. . .)

Wenn bis Juni hoffentlich 80 000 Unterschriften zusammengekommen sind, muss sich die Landesregierung mit dem Problem beschäftigen. Mich würde nicht wundern, wenn bis dahin längst wieder einige Hektar Wald voller "Windmühlen" stehen. (. . .)