Einen Großteil der Verantwortung für diese Misere tragen hoffnungslos überschätzte Organisationen wie IOC und Wada, inklusive ihrer teilweise unfähigen, zwielichtigen und korrupten Mitarbeiter. Es hat den Anschein, dass stellenweise gar kein Interesse besteht, (westliche) Dopingsünder zu ermitteln, das Bauernopfer ist mit Russland gefunden, das genügt. Natürlich wird in Russland gedopt. Und die anderen Nationen (USA, Jamaika, Kenia, China) alle sauber? Was zu beweisen wäre! Auch Deutschland hat diesbezüglich keine weiße Weste mehr. Natürlich ist die momentane Situation von Frau Stepanowa für sie sehr unangenehm, aber das ist nun mal das Los eines Whistleblowers. Und da wären wir schon wieder beim Thema: "Messen mit zweierlei Maß". Der westliche Whistleblower (Herr Snowden) ist quasi ein Nestbeschmutzer, ein Hochverräter, ein Krimineller, der gefasst und verurteilt werden muss. Frau Stepanowa hingegen genießt Heldenstatus und wird hofiert. Warum diese Unterschiede? Mein Fazit: Nachdem Russland politisch, wirtschaftlich und militärisch in die Enge getrieben wurde, soll es nun auch noch sportlich isoliert werden. Sportliche Großveranstaltungen sind schon lange zu politischen Machtspielen verkommen, leider, und das auf dem Rücken der (sauberen) Athleten und ihrer Fans.

Die Vernünftigen brauchen eine Stimme

Gesina Braun aus Spremberg schreibt zu "Die Lunte glimmt auf der Krim" (LR vom 12. August) und "Freude und Frust bei Steinmeier" (LR vom 16. August):

Im Artikel vom 12. August heißt es: "Die Lunte glimmt auf der Krim." Und der mögliche Brandstifter wird in der folgenden Frage "Sollte Moskau einen neuen Kriegsgang planen und sich Rechtfertigungen zurechtlegen?" auch gleich benannt. Eine Mitverantwortung der ukrainischen Seite scheint es wohl nicht zu geben. Doch lange vor diesem Zwischenfall auf der Krim vom 6. zum 7. August hat der ukrainische Präsident von einem bevorstehenden Krieg mit Russland reden können. Markige Worte, die er sich wohl leisten kann, weil er sich des Beistandes und der Unterstützung von Nato und EU in jedem Fall sicher ist. Anders bei Wladimir Putin, wenn dieser Gegenmaßnahmen ankündigt und den Sinn des "Normandie-Formates" hinterfragt, werden ihm umgehend Kriegsabsichten unterstellt. Doch wie wäre es, wenn Politik und Medien zuallererst den Vernünftigen und Kriegsmüden eine Stimme geben würden? Die aus russischer Haft entlassene ukrainische Kampfpilotin Nadeshda Sawtschenko, die auch Parlamentsabgeordnete ist, will ukrainische Präsidentin werden und als solche den Konflikt in der Ostukraine auf anderem Weg lösen. Sie sagt: "Wir Ukrainer müssen uns versöhnen, in den Gebieten Luhansk und Donezk leben Ukrainer wie hier." Sie will mit den Separatistenführern Sachartschenko und Plotnizki verhandeln, eine längst überfällige Angelegenheit und mit Sicherheit ein entscheidender Schritt hin zur Umsetzung von Minsk II. Dafür wird sie zwar als "Agentin des Kreml" verunglimpft, doch ein Hoffnungsträger ist sie allemal - sowohl für die kriegstraumatisierten Ukrainer als auch für all jene, die an Minsk II festhalten wollen. Und beim Treffen in Jekaterinburg hat der "bärbeißige" Lawrow das Festhalten der russischen Seite an Minsk II bekräftigt.

Solch ein Verhalten ist nicht nachvollziehbar

Jörg Rudolph aus Falkenberg schreibt zu "Tausende Flüchtlinge wollen schnelleres Asylverfahren erzwingen" (LR vom 9. August):

Im Artikel steht, dass der deutsche Staat von Flüchtlingen verklagt wird wegen der trägen Arbeitsweise der Bearbeitung der Asylanträge. Alle Achtung: Man stelle sich vor, ich komme aus dem Kriegsgebiet Syrien hierher, werde kostenlos untergebracht, verpflegt und in jeglicher Hinsicht betreut und habe nichts weiter zu tun, als in die Hand, die mich füttert, zu beißen. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Im Polizeibericht (Herzberger Rundschau, 9. August) steht: "Äußerst aggressiver 32-jähriger Syrer hat einem Polizeibeamten in den Oberarm gebissen, nach dem anderen getreten und verletzend angegriffen". Tja, und nun? Der Syrer kommt mit dem Notarzt ins Krankenhaus (. . .). Was soll uns hier vermittelt werden? Aber all die anderen, das sind Gute! Oh mein Gott!

Danke für Leserbriefe in der RUNDSCHAU

Brigitte Kretschmer aus Meuro schreibt zu den Leserbriefen in der RUNDSCHAU:

Eure Leserbriefe überzeugen mit großer Kenntnis von Lesern mit tollem Wissen über bestimmte Ereignisse. Ich lese alle diese Briefe. Danke dafür, die Meinungen anderer Leser zu lesen. Die politische Lage bringt große Sorgen unter die Bevölkerung. Es sieht nicht gerade rosig aus.