Als ehemaliger LR-Redakteur und heutiger Unruheständler beobachte ich mit Kopfschütteln die zunehmende Grünverblödung in Deutschland. Politiker, die sich nicht darum kümmern, dass den Allerreichsten seit Jahrzehnten gewaltige Steuergeschenke gemacht werden (siehe „Stern“-Bericht vom 14. März), wollen mit dem Klima-Thema von den wirklichen Problemen ablenken. Sie finden in Instituten, die maßgeblich von Fördergeldern leben, die es nur für eine dem Mainstream entsprechende Forschung gibt, bedenkenlose Erfüllungsgehilfen.

Unter Anleitung von militant organisierten, von Campaignern geführten Organisationen wie Attack, Avaaz, Campact und Greenpeace werden jetzt Kinder zu Klima-Schulstreiks aufgehetzt. Ich befasse mich seit fast 40 Jahren mit dem Klima und weiß, wie kompliziert die damit verbundenen Zweige von Mathematik, Physik und Chemie sind. Übernehmen das jetzt Kinder?

Im Land der Bäume-Sitzer würde mich das nicht wundern. Es genügt nicht, abschmelzende Gletscher zu zeigen. Ehe man Billionen Euro in eine fragwürdige Energiepolitik steckt, sollte man wenigstens schlüssig beantworten können, was denn die Ursachen der früheren Warmzeiten seit der letzten Eiszeit waren (insgesamt sechs). Weder die alten Römer noch Dschingis Khan besaßen Kraftwerke, Autos oder Flugzeuge.

Bei einer Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages (November 2018) lautete die Antwort von Prof. Levermann vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung: Wenn einer heute Drogen nimmt, hilft es auch nicht weiter, wenn er früher Milch getrunken hat.

Was sagt uns das über das Niveau der Klimaforschung?

Unter dem Einfluss der Politik berichten leider auch die deutschen Leitmedien sehr einseitig und hysterisch über das Klima. Seit Jahren finden in Deutschland große Klimakonferenzen mit Wissenschaftlern aus aller Welt statt (zuletzt November 2018), über die es keinerlei Berichte zum Beispiel bei ARD und ZDF gibt. Warum? Weil sich diese Wissenschaftler der Frage des Klimawandels nicht nur von einer, sondern von vielen, also auch von unerwünschten Seiten nähern. Der Mensch trägt drei bis vier Prozent zum Kohlenstoffdioxid-Kreislauf der Erde bei. Und selbst wenn die Klimamodelle, die wegen unzureichender Aussagefähigkeit hart in der Kritik stehen (Prof. J. Curry), recht hätten, bliebe der mit der deutschen Energiewende theoretisch erreichbare Temperatureffekt so klein, dass er nur mit Präzisionsgeräten messbar wäre. Unter Wissenschaftlern wächst der Widerstand gegen den Klimazirkus. Deshalb müssen jetzt Kinder auf die Straße. Lernen? Wozu, wir wissen doch schon alles.

Rolf Bartonek, Berlin