Seit der Inselrutschung Mitte September 2018 wird immer wieder die Formulierung verwendet: „Die Unterwasserbereiche werden inselumlaufend abgeflacht, das Rutschungs-Risiko minimiert.“ Wie kann das sein, wenn doch durch die Entnahme von bis zu 180 000 Kubikmetern Inselgrund und deren Umverlagerung in tiefere Seegebiete, inselumlaufend ein größeres Gefälle von Inseluferlinie in den See hinein gestaltet wird. Mal ganz davon abgesehen, dass damit auch seit 40 Jahren verfestigte und sedimentierte Seegrundschichten nicht zuletzt auch durch Eisenhydroxidablagerungen aufgebrochen und abgetragen werden. Darunter ist Fließsand, unverfestigter Kippensand. Das Gefälle im Inselbereich bei Niemtsch ging von einem Meter überstehender freier Uferlinie bis zur Bojenlinie auf mindestens fünf Meter abwärts. Daher auch die große Massenmitnahme der vorgelagerten kleineren Insel.

Die zurzeit stattfindenden Massenaufnahmen finden aber innerhalb des ursprünglichen Bojensperrbereiches vor dem Schilfgürtel statt, das heißt bei Tiefen um die zwei bis drei Meter. Es ist doch so, wie vom Vertreter der LMBV formuliert: „Je höher die Böschung ist, desto größer ist das Potenzial für eine Rutschung.“ Im Inselnahbereich wird aber gerade der Böschungswinkel erhöht. Oder geht es nur um das Auffüllen der Tiefstellen im See, um dort unkontrollierten Unterwasserabrutschungen vorzubeugen?

Dr. Jürgen Zanzig
Senftenberg