Zu „Bürger als Botschafter gewinnen“ (LR vom 6. Mai):

Das „partizipative Stadtmarketing“ soll den Bürgern helfen, die Perlen ihrer Stadt zu erkennen. Apropos Perlen: In Cottbus gibt es Grafikdesigner, von denen zumindest einige das formal und inhaltlich missratene Logo wesentlich besser gestaltet hätten. Es gehört schon viel guter Wille dazu, den umgekippten Springbrunnen, der ohnehin so nicht funktionieren würde, als solchen zu akzeptieren. Die beiden Elemente haben keinen Zusammenhalt und sind fantasielos und zudem unpräzise aneinandergestellt. Es wird auch nicht besser, wenn beim Drehen eine, nun ja, verrutschte Clownsmaske erscheint. Ob die erhoffte Fantasie im Umgang mit dem Logo wohl in eine sinnvolle Richtung geht? – Schon einmal vor Jahren ist in Cottbus eine ähnliche Logo-Aktion kläglich gescheitert, weil professionelle Gestalter, die zudem eher eine Beziehung zu ihrer Stadt haben, nicht gefragt wurden. Bürger als Botschafter gewinnen, na gut – Cottbuser Profis als Gestalter gewinnen hätte dazugehört. Das Ergebnis ist ausschlaggebend, nicht Professorentitel und Agenturnamen!

Rudolf Sittner, Cottbus